Aktien Frankfurt: Dax legt leicht zu - EZB beendet Wertpapierkäufe

Die Kuh ist vom Eis: Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt die Käufe neuer Anleihen zum Jahresende 2018 ein. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt liess die Nachricht jedoch kalt, der Dax drehte schon kurz vor der Mitteilung der EZB ins Plus und handelte zuletzt 0,16 Prozent höher bei 10 947 Punkten.
13.12.2018 14:55

Die Leitzinsen beliessen die Notenbanker um Präsident Mario Draghi wie erwartet unverändert. Die EZB bekräftigte, dass die Zinsen bis "mindestens über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Die jüngsten Konjunkturdaten seien schwächer als erwartet gewesen, bedeutende Anreize seien weiterhin nötig.

Die billionenschweren Anleihekäufe der Notenbank hatten die Börsen in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue befeuert. Das Kaufvolumen seit Beginn des Programms im März 2015 bis zum Jahresende beläuft sich auf insgesamt rund 2,6 Billionen Euro.

Nach zwei starken Tagen hat die Erholung der Kurse etwas an Schwung verloren, zumal es der Dax wie schon am Vortag nicht zurück über die runde Marke von 11 000 Punkten schaffte. "In den kommenden Tagen ist damit zu rechnen, dass Investoren zunehmend die Bücher für dieses Jahr schliessen werden", sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba.

Der Index der mittelgrossen Börsentitel MDax gab am Donnerstag um 0,44 Prozent auf 22 522 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone rückte dagegen um rund ein halbes Prozent auf 3123 Zähler vor.

BMW -Aktien verteuerten sich an der Spitze des Dax um 2,3 Prozent. Die Münchener haben den Absatz der Marke BMW im November um 1,6 Prozent gesteigert. Beobachter lobten das starke Verkaufsplus auf dem wichtigen chinesischen Absatzmarkt.

Abgestraft wurden die Papiere der Metro AG . Der Handelskonzern rechnet mit einem Rückgang des operativen Gewinns im laufenden Geschäftsjahr. Der Kurs sackte am Ende des MDax um mehr als 8 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit fast vier Monaten. Analysten rechnen damit, dass die Geschäfte in Russland weiter schwach laufen.

Nach der zweiten Gewinnwarnung der Modekette Tom Tailor seit September rutschte die Aktie um gut 11 Prozent ab. Das Unternehmen schliesst nun einen Verkauf der Filialkette Bonita nicht mehr aus.

Die Aktien von Wacker Chemie gaben um 2 Prozent nach. Wegen voraussichtlich schwacher Preise für Produkte des Chemiekonzerns senkte die Berenberg Bank die Papiere auf "Verkaufen". Eine Kaufempfehlung der Bank HSBC für Fuchs Petrolub trieb hingegen die Aktien des Schmiermittelherstellers um 1,6 Prozent an.

Eine Kaufempfehlung von UBS bescherte den Anteilen des Laborausrüsters Sartorius ein Plus von 2,5 Prozent. Goldman Sachs stellte für den Aussenwerbespezialisten Ströer steigende Marktanteile in Aussicht. Die Papiere legten um 0,8 Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,11 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,19 Prozent auf 141,47 Punkte. Der Bund-Future zeigte sich mit 162,78 Punkten kaum verändert. Der Eurokurs trat nach der EZB-Sitzung mit 1,1350 US-Dollar ebenfalls auf der Stelle. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1346 Dollar festgesetzt.

--- Von Benjmain Krieger, dpa-AFX ---

(AWP)