Aktien Frankfurt: Dax macht Verluste grossteils wett - Aber starker Euro bremst

Der Dax hat am Montag einen lustlosen Wochenstart hingelegt. Als Kursbremse erwies sich der weiter starke Euro, der Exporte der hiesigen Unternehmen in Länder ausserhalb der Eurozone erschweren kann. Im Handelsverlauf machte der deutsche Leitindex seine Verluste aber immerhin weitgehend wett: Am Nachmittag verlor er noch 0,06 Prozent auf 12'160,19 Punkte.
28.08.2017 14:54

Im Fokus der Anleger standen Studiendaten zu Bayers Verkaufsschlager Xarelto sowie die Auswirkungen des Wirbelsturms "Harvey" in Südtexas auf die Versicherungsbranche.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes kamen am Montag ebenfalls nicht in Schwung: Der MDax mit den Aktien mittelgrosser Unternehmen sank um 0,29 Prozent auf 24'691,44 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,38 Prozent auf 2'257,86 Zähler zurück. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 3'437,78 Punkte kaum vom Fleck.

EURO AUF HOCH SEIT ZWEIEINHALB JAHREN

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, habe auf der internationalen Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole kaum Hinweise auf den kurzfristigen Kurs seiner Geldpolitik gegeben, sagte Ökonom Cathal Kennedy vom Analysehaus RBC Capital. Draghi habe auch nicht versucht, mit Blick auf die jüngste Eurostärke gegenzusteuern. Auch die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, hatte sich in Jackson Hole nicht zur Geldpolitik geäussert.

Daraufhin war der Euro über 1,19 US-Dollar geklettert und hatte den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht - auf diesem Niveau konnte er sich auch am Montag behaupten. Nun richten sich die Blicke der Anleger laut Kennedy auf die nächste EZB-Sitzung am 7. September.

VERSICHERER MIT 'HARVEY' IM FOKUS - XARELTO-STUDIE STÜTZT BAYER

Am deutschen Aktienmarkt zeigten sich die Versicherer nur mässig beeindruckt von Wirbelsturm "Harvey": Die Kurse der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück gaben um 0,62 beziehungsweise 1,58 Prozent nach. Besser hielten sich Allianz-Papiere, die ein knappes Plus schafften. Das "Wall Street Journal" wusste die Anleger zu beruhigen: Die Versicherer stünden insgesamt finanziell so gut da, dass sie der Wirbelsturm nicht allzu schwer treffen werde, hiess es.

Die Titel des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer profitierten von einem weiteren Studienerfolg mit seinem wichtigsten Mittel Xarelto - zuletzt stand im schwachen Marktumfeld ein Plus von 0,60 Prozent zu Buche. In einer gross angelegten klinischen Studie konnte das Risiko von Schlaganfällen und Infarkten bei chronisch herz- und gefässkranken Patienten deutlich gesenkt werden, wie Bayer mitteilte. Analysten trauen dem Blutgerinnungshemmer in diesem Bereich weitere Milliardenumsätze zu.

GEWINNMITNAHMEN BEI STADA UND BVB

Bei einigen zuletzt gut gelaufenen Titeln machten Beobachter Gewinnmitnahmen aus. Betroffen war der Arzneimittelhersteller Stada, dessen Aktien im MDax 2,92 Prozent einbüssten. Davor hatten sie dank der laufenden Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven allerdings in nur sechs Handelstagen fast ein Drittel an Wert gewonnen.

Einen ähnlich starken Kursanstieg haben seit Anfang August die Anteilsscheine des börsennotierten Fussballvereins Borussia Dortmund (BVB) hinter sich, die zuletzt vom guten Saisonauftakt und der Hoffnung auf hohe Transfererlöse für den stark umworbenen Jungstar Ousmane Dembélé profitiert hatten - nun ging es als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax um 6,23 Prozent bergab.

STUDIE HILFT SGL GROUP

Dagegen gehörten SGL Group mit plus 3,59 Prozent zu den SDax-Favoriten und erreichten den höchsten Stand seit Mai 2016. Die US-Bank JPMorgan sieht den Kohlefaserspezialisten als Profiteur des Trends zu Elektrofahrzeugen und empfiehlt die Aktie nun mit "Overweight".

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Freitag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 141,72 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,02 Prozent auf 164,70 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1932 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,1808 Dollar festgesetzt.

gl/stb

(AWP)