Aktien Frankfurt: Dax nach schwacher Vorwoche im Erholungsmodus

Der Dax hat am Montag mit einer deutlichen Erholungsbewegung die Marke von 12 000 Punkten gefestigt. Am Nachmittag rückte der Leitindex um 1,17 Prozent auf 12 154,75 Zähler vor, nachdem er in der Vorwoche beeinträchtigt von der Risikoscheu der Anleger wegen des Nordkorea-Konflikts um mehr als zwei Prozent gefallen war. Die 12 000-Punkte-Schwelle hatte er dabei erstmals seit April wieder geprüft.
14.08.2017 14:55

In der zweiten Börsenreihe ging es zu Wochenbeginn ebenfalls deutlich nach oben: Der MDax der mittelgrossen Werte stieg um 1,24 Prozent auf 24 795,41 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,65 Prozent auf 2255,14 Zähler vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte ebenfalls etwas mehr als 1 Prozent höher bei 3444,39 Punkten.

DEESKALATIONSBEMÜHUNGEN ZU KOREA LAUFEN

Laut Dirk Gojny von der National-Bank spielt es an den Finanzmärkten eine Rolle, dass sich zahlreiche Länder zur Deeskalation als Vermittler im Nordkorea-Konflikt anbieten. Über das Wochenende wurde ausserdem von Donald Trump und seinem Gegenüber Kim Jong Un kein neues Öl ins Feuer gegossen. Möglich ist aber, dass Kim am morgigen koreanischen Unabhängigkeitstag einmal mehr militärische Stärke demonstrieren könnte.

Die Fronten für den US-Präsidenten Trump werden derweil nicht weniger: Neuerdings schliesst er auch ein militärisches Eingreifen in Venezuela nicht aus und droht China mit einer offiziellen Untersuchung der Handelspraktiken. Ausserdem stösst er im eigenen Land auf Gegenwind wegen seiner Äusserungen zu den gewalttätigen Demonstrationen in der amerikanischen Stadt Charlottesville.

WOMÖGLICH NUR EINE BÄRENMARKTRALLY

Nach dem jüngsten Rückschlag blickt die Deutsche Bank nun etwas zuversichtlicher auf den heimischen Aktienmarkt. "Deutschland beginnt attraktiv auszusehen," schrieben Analyst Wolf von Rotberg und seine Kollegen in einer Studie vom Montag. Andere Experten jedoch bleiben skeptisch: Jochen Stanzl von CMC Markets etwa befürchtet, dass es sich nur um eine "Bärenmarktrally" handelt, bei der sich der Markt nur zwischenzeitlich erholt.

Wie am Gesamtmarkt war auch bei den Finanzwerten eine deutliche Erholung angesagt: Titel der Commerzbank standen zuletzt mit Kursgewinnen von rund 3 Prozent an der Dax-Spitze, nachdem sie in der Vorwoche deutlich Federn gelassen hatten. Aktien der Deutschen Bank standen dem mit 2,5 Prozent Plus nur wenig nach.

NACHZÜGLER DER BERICHTSSAISON

Ansonsten sorgten auf der Unternehmensseite die Ausläufer der Berichtssaison für Gesprächsstoff. Der Energiekonzern RWE etwa zeigt sich nach einem guten ersten Halbjahr für das laufende Geschäftsjahr etwas optimistischer, indem er nun das obere Ende seiner Zielspanne anpeilt. Die Aktien rückten daraufhin im Dax um rund 1,7 Prozent vor.

Auch in der zweiten Börsenreihe beschäftigten noch einige Resultate die Anleger: Papiere der Deutschen Pfandbriefbank zogen im MDax um etwas mehr als 4 Prozent an, nachdem sich das Unternehmen ebenfalls optimistischer zum Jahresausblick geäussert hatte. Positiv erging es nach Zahlen auch den Papieren von Bilfinger mit mehr als 3 Prozent Plus.

STRÖER, ROCKET UND SGL IM AUFWIND

Im MDax rückten ausserdem Ströer-Aktien nach einer Kaufempfehlung von Warburg Research um mehr als 4 Prozent vor. Laut Analyst Lucas Boventer treibt der Marktführer im Bereich Aussenwerbung den strukturellen Wandel ins Onlinegeschäft voran. Auch die Aktien des Kohlefaser-Spezialisten SGL Group profitierten von positiven Analystenkommentaren: Sie schnellten im SDax um zuletzt 3,62 Prozent hoch.

Unter den Kleinwerten im SDax sorgte aber vor allem Rocket Internet bei Investoren mit angekündigten Aktienrückkäufen für grosse Freude. Die Papiere sprangen um fast 7 Prozent nach oben.

EURO WEITER BEI 1,18 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 141,36 Punkte. Der Bund Future gab zuletzt um 0,32 Prozent auf 164,02 Punkte nach. Der Euro stand bei 1,1796 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1765 Dollar festgesetzt./tih/fbr

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

(AWP)