Aktien Frankfurt: Dax nimmt trotz Trump und Brexit Kurs auf Rekordhoch

Weder Donald Trumps politische Misserfolge noch die anstehenden Brexit-Verhandlungen können die Anleger schrecken: Der Dax marschiert am Mittwoch weiter in Richtung seines Rekordhochs. Um die Mittagszeit gewann der deutsche Leitindex 0,43 Prozent auf 12 201,18 Punkte. Die knapp zwei Jahre alte Bestmarke des Börsenbarometers von 12 390 Punkten rückt damit wieder in erreichbare Nähe.
29.03.2017 12:00

Nachdem die Stimmung der US-Verbraucher am Dienstag auf den höchsten Stand seit über 16 Jahren gestiegen sei, hätten die Anleger den "Trumpcare-Rückschlag" abgehakt, schrieb Marktanalyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Die Reaktion auf die Schlappe des US-Präsidenten mit seiner Gesundheitsreform sei überraschend so verhalten gewesen, dass viele Anleger nun wieder nachlegen müssten. Auch dass die britische Premierministerin Theresa May nun offiziell den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union beantragen will, beeindruckte die Investoren nicht.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax stieg am Mittwoch um 0,22 Prozent auf 23 631,93 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,56 Prozent auf 2031,16 Zähler bergauf, womit er sich weiter auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2001 behauptete. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,22 Prozent zu.

BESSERE BONITÄT HILFT BANKEN - STUDIEN TREIBEN STRÖER WEITER HOCH

Dass die Ratingagentur Standard & Poor's einigen deutschen Banken nun eine bessere Kreditwürdigkeit bescheinigte, gab vor allem den beiden Branchenvertretern im Dax Schwung: Commerzbank-Aktien setzten ihre Rally fort und erreichten mit einem Plus von 0,99 Prozent auf 8,89 Euro den höchsten Stand seit Anfang 2016. Für Aktien der Deutschen Bank ging es um 1,28 Prozent hoch.

Im MDax setzte der Aussenwerbe-Spezialist Ströer dank positiver Analystenkommentare der britischen Banken HSBC und Barclays seine jüngste Rally fort und erreichte den höchsten Stand seit April 2016. Zuletzt gewannen die Aktien noch 2,82 Prozent auf 50,58 Euro.

Dagegen bremste eine Abstufung von Goldman Sachs die Rally von Uniper zunächst aus. Analyst Alberto Gandolfi sieht bei seinem unveränderten Ziel von 17 Euro nicht mehr ausreichend Kurspotenzial für eine Kaufempfehlung für die ehemalige Kraftwerks-Tochter von Eon . Die Titel verloren am MDax-Ende 1,23 Prozent auf 15,26 Euro.

SMA NACH TOCHTER-VERKAUF UNTER TECDAX-FAVORITEN

Bei den Technologiewerten gehörten die zuletzt schwachen SMA Solar mit plus 1,38 Prozent zu den Favoriten. Der Solarindustriezulieferer verkaufte seine Tochter SMA Railway Technology an den chinesischen Bahntechnikkonzern Beijing Dinghan Technology. SMA Solar geht von einem positiven Beitrag im ersten Quartal aus, blieb aber bei den bisherigen Jahreszielen.

Im Kleinwerteindex SDax eroberten Grammer-Aktien mit plus 5,82 Prozent die Spitze. Ein Händler lobte die endgültigen Jahreszahlen des Autozulieferers. Zudem hob Grammer mitten im Abwehrkampf gegen die umstrittene Investorenfamilie Hastor die Dividende deutlich an. Dagegen waren Scout24-Titel mit minus 8,90 Prozent Schlusslicht im SDax. Ein Börsianer monierte eine enttäuschende Umsatzprognose des Online-Portalbetreibers.

AURELIUS WEITER AUF TALFAHRT

Abseits der wichtigen Indizes setzten Aurelius-Aktien mit einem Minus von 6,94 Prozent auf 50,25 Euro ihre Talfahrt fort. Am Dienstag waren die Titel der Beteiligungsgesellschaft nach zwischenzeitlich noch heftigeren Verlusten mit einem Abschlag von 17 Prozent aus dem Handel gegangen, was Börsianer auf eine Short-Attacke eines dubiosen Research-Dienstes zurückgeführt hatten - also auf Wetten auf fallende Kurse./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)