Aktien Frankfurt: Dax ohne Reaktion auf EZB-Entscheid

Der wie erwartet ausgefallene Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Dax am Donnerstagnachmittag so gut wie gar nicht bewegt. Der Leitindex verbuchte zuletzt ein Plus von 0,05 Prozent und stand mit 11'973,32 Punkten ungefähr dort, wo er bereits vor der EZB-Entscheidung zu finden war.
09.03.2017 14:40

Die EZB bleibt ungeachtet steigender Inflationsraten auf Billiggeld-Kurs. Banken bekommen frisches Zentralbankgeld weiterhin zu null Prozent Zinsen. Im weiteren Handelsverlauf werden die Anleger besonders auf die Aussagen von Notenbank-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz achten. Laut Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets wird sich Draghi angesichts der anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich wohl bedeckt halten und auch keine verbale Unruhe stiften.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax legte zuletzt um 0,02 Prozent auf 23'239,10 Punkte zu. Für den TecDax ging es nach seinem Kurszuwachs der vergangenen Tage deutlicher nach unten: Der Technologie-Index verlor 0,70 Prozent auf 1'941,45 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,09 Prozent.

BMW NACH GESCHÄFTSZAHLEN AM DAX-ENDE

Auf Unternehmensseite setzte sich am Donnerstag die Berichtssaison fort. Nach Bekanntgabe vorläufiger Zahlen von BMW übernahmen die Aktien des Autobauers mit einem Minus von gut dreieinhalb Prozent die rote Laterne im Dax. Die Münchener blieben im vergangenen Jahr beim Umsatz sowie beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hinter den Erwartungen. Die vorgeschlagene Dividende von 3,50 Euro je Stammaktie lag hingegen etwas über der durchschnittlichen Marktschätzung.

Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck monierten Händler den vorsichtigen Ausblick. Die Papiere verloren zuletzt rund 1 Prozent. Dagegen kam der Ausblick des Industriegase- und Anlagenbauers Linde am Markt gut an. Zunächst waren die Titel im Plus, dann im Minus. Zuletzt notierten sie unverändert.

ADIDAS-AKTIEN LAUFEN IMMER WEITER

Die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas setzten ihre Rekordjagd fort und kletterten zeitweise bis auf 180,05 Euro. Mit einem Plus von zuletzt 2,7 Prozent waren sie der erneut beste Wert im Dax, nachdem sie am Vortag nach erhöhten Unternehmensprognosen bereits um fast 10 Prozent zugelegt hatten. Inzwischen reichen die Kursziele der Analysten bis 210 Euro.

Die Lufthansa-Aktien bauten nach den jüngsten Verkehrszahlen ihre Kursgewinne am Nachmittag auf mehr als 2 Prozent aus.

Hohe Kursgewinne von 3,20 beziehungsweise 2,60 Prozent gab es auch bei den im MDax notierten Aktien von Axel Springer und Uniper . Beim Medienkonzern Springer betonten Händler die soliden Geschäftszahlen und die hohe Dividende. Beim Kraftwerksbetreibers Uniper trieben die jüngsten Fortschritte im Tagesgeschäft an. Analyst John Musk von RBC Capital Markets lobte in einer ersten Einschätzung sowohl das operative Ergebnis für 2016 als auch die Ergebnisprognose und den Dividendenvorschlag.

MORPHOSYS UND DIALOG UNTER DRUCK

Nach der Bilanzvorlage verloren Morphosys im TecDax zuletzt 1,19 Prozent, dämmten damit ihre zuvor noch höheren Kursverluste etwas ein. Für Verunsicherung sorgte der Hinweis, dass die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis Ende November 2017 vertragsgemäss endet und Novartis die Option zur Vertragsverlängerung wohl nicht ziehen werde. Der Ausblick des Antikörperspezialisten für 2017 lege zudem höhere Forschungskosten und einen entsprechend grösseren Fehlbetrag nahe, hiess es von JPMorgan .

Für die Anteile von Dialog Semiconductor ging es um knapp 3 Prozent abwärts. Ein Händler verwies auf die Meldung eines französischen Internetportals, wonach der Chipkonzern STMicroelectronics eventuell nicht genügend 3D-Kamerasysteme für das neue iPhone produzieren könne. STMicroelectronics verloren deutlich und nahmen Dialog Semiconductor in Sippenhaft.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,09 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,26 Prozent auf 142,07 Punkte. Der richtungweisende Bund Future sank um 0,12 Prozent auf 160,53 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0555 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0556 (Dienstag: 1,0576) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9473 (0,9455) Euro./ajx

(AWP)