Aktien Frankfurt: Dax ohne Reaktion auf US-Jobdaten - Bleibt über 12 000 Punkten

Der Dax hat am Freitagnachmittag auf die neuesten Daten vom US-Arbeitsmarkt per saldo kaum reagiert. Der deutsche Leitindex blieb bei einem Zuwachs von zuletzt 0,61 Prozent auf 12 051,26 Punkten klar über der runden 12 000er-Marke. Diese hatte er im bisherigen Wochenverlauf bereits einige Male in Angriff genommen, ohne sie aber nachhaltig zu überwinden. Auf Wochensicht dürfte der Dax nun doch noch in positivem Terrain landen.
10.03.2017 15:14

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax legte zuletzt um 0,52 Prozent auf 23 406,88 Punkte zu. Der Technologie-Index TecDax gewann 0,98 Prozent auf 1968,39 Punkte und nähert sich damit der Marke von 2000 Punkten, die er zuletzt im Jahr 2001 erreicht hatte. Auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es hoch - um 0,76 Prozent.

In den USA wurden im Februar merklich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter solide und stehe einer Zinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche nicht entgegen, kommentierte die Hessische Landesbank (Helaba). Aktien scheine dies jedoch kaum zu kümmern. Sie hätten zuletzt unbeirrt ihren Aufwärtstrend fortgesetzt, trotz oder gerade wegen der Fed. Dass sich die US-Notenbank traue, an der Zinsschraube zu drehen, sei für Börsen-Optimisten ein Zeichen einer starken US-Wirtschaft, was für Aktien spreche. Denn schliesslich bedeute starkes Wachstum in der Regel auch steigende Unternehmensgewinne.

BANKEN VORNE, IMMOBILIEN HINTEN

Marktbeobachter verwiesen zudem darauf, dass der Ton auf der Vortages-Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank mit Präsident Mario Draghi schon "etwas straffer" gewesen sei als gedacht. Zusammen mit der sich immer stärker abzeichnenden Zinserhöhung in den USA trieb dies die Aktien von Banken am Freitag an. Im Dax waren die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank mit Kursaufschlägen von mehr als viereinhalb beziehungsweise fast drei Prozent vorne.

Immobilienwerte leiden dagegen für gewöhnlich unter einem festeren Zinsumfeld. Entsprechend präsentierten sie sich zum Wochenausklang schwach. Vonovia verloren am Dax-Ende 1,3 Prozent. Auch im MDax und im Kleinwerte-Index SDax waren Immobilien-Papiere unter den grössten Verlierern.

HOHE KURSGEWINNE BEI EVOTEC

Unter den Einzelwerten bauten an der TecDax-Spitze die Aktien von Evotec ihren Kurszuwachs auf fast 9 Prozent auf 8,40 Euro aus. Eine Kaufempfehlung der Bank Berenberg gab den Papieren des Biotechunternehmens Auftrieb. Sie kletterten erstmals seit dem Jahr 2002 auf über 8 Euro.

Die Wirecard -Aktien stiegen um mehr als dreieinhalb Prozent. Die Anleger reagierten damit erleichtert auf den Abschluss der Übernahme von Citi Prepaid Card Services. "Einige haben bis zuletzt noch befürchtet, dass der Deal scheitert", sagte ein Börsianer.

ZALANDO SEHR FEST

Als zweitbester MDax-Wert profitierten die Anteile des Online-Modehändlers Zalando mit einem Plus von fast 3 Prozent ebenfalls von einem positiven Analystenkommentar. Andrew Ross von Barclays lobte vor allem die Plattformstrategie des Unternehmens, das sich damit nicht nur auf den eigenen Handel verlasse. An der Spitze standen mit einem Plus von mehr als 3 Prozent die Aktien der Gea Group. Der Maschinenbaukonzern hatte am Freitag seine endgültigen Zahlen und den Dividendenvorschlag von 0,80 Euro je Aktie veröffentlicht.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 141,76 Punkte. Der richtungweisende Bund Future sank um 0,14 Prozent auf 159,56 Punkte. Der Euro legte zuletzt auf 1,0640 US-Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0551 (Mittwoch: 1,0556) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9478 (0,9473) Euro./ajx/stb

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)