Aktien Frankfurt: Dax pendelt um 12 000 Punkte - Zahlenflut von Unternehmen

Obwohl die Berichtssaison der Unternehmen in vollem Gange ist, hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag eine Atempause eingelegt. Die am Vorabend veröffentlichten geldpolitischen Verlautbarungen der US-Notenbank Fed wurden an den Märkten etwas zurückhaltender interpretiert als bislang. Der Dax kämpfte am Vormittag mit der psychologisch wichtigen Marke von 12 000 Punkten, die er am Vortag erstmals seit April 2015 überwunden, letztlich aber knapp darunter geschlossen hatte.
23.02.2017 11:58

Am Donnerstag notierte der Dax gegen Mittag 0,02 Prozent tiefer bei 11 996,73 Zählern. Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, stieg um 0,29 Prozent auf 23 681,06 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax zeigte sich praktisch unverändert bei 1920,01 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,11 Prozent auf 3343,08 Punkte vor.

Die Fed hält eine Zinsanhebung "recht bald" für angemessen, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung der Währungshüter. Von den befragten Finanzakteuren glauben derzeit aber nur 34 Prozent an eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 15. März. "Eine Zinserhöhung im März darf nicht komplett ausgeschlossen werden, scheint aber eher unwahrscheinlich", kommentierte Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Wartet die Zentralbank bis zum Mai, hätte sie neben weiteren Konjunkturdaten auch die Details zu Trumps Wirtschaftsplan und könnte den Effekt auf die Inflation besser einschätzen", so Cutkovic.

HÄNDLER: GEWINNMITNAHMEN BEI HENKEL UND PROSIEBEN

Für Bewegung unter den Einzelwerten sorgten Quartalszahlen, Ausblicke und Dividendenvorschläge vieler Unternehmen. Unter anderem öffneten der Konsumgüterkonzern Henkel und das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 ihre Bücher. Die Papiere von Henkel honorierten dabei die guten Jahreszahlen des Persil-Herstellers nicht und waren mit einem Verlust von knapp 2 Prozent am Dax-Ende zu finden. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, da das Papier zuletzt gut gelaufen sei. Einige Experten hatten sich zudem einen besseren Ausblick erhofft.

Auch die Titel des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 gerieten mit minus 1 Prozent unter Druck. Nach einer fast 30-prozentigen Kurserholung zwischen Ende November und Ende Januar war den Papieren bereits unlängst die Luft ausgegangen. Analysten äusserten sich indes durchaus positiv zu den nun vorgelegten Geschäftszahlen.

RALLY BEI DIALOG NACH ZAHLEN - TECDAX-SPITZE

Die Aktien von TAG Immobilien reagierten mit einem Kursanstieg von 1,7 Prozent auf einen optimistischeren Ausblick für 2017. TAG erwartet für das laufende Jahr nun ein operatives Ergebnis (FFO I) von 110 bis 112 Millionen Euro. Bislang hatte die Gesellschaft 104 bis 106 Millionen Euro prognostiziert. Dementsprechend soll es auch eine höhere Dividende für das laufende Jahr geben.

Die Papiere von Dialog Semiconductor standen nach der Veröffentlichung aktueller Geschäftszahlen mit einem Gewinn von fast 6 Prozent einsam auf Platz eins im TecDax-Tableau. In der Spitze waren die Aktien des Chipherstellers bis auf 52,35 Euro nach oben geschnellt und hatten damit nur noch 1,50 Euro unter dem höchsten Stand seit September 2000 gelegen. Allein in dieser Woche sind die Anteilsscheine damit um rund 15 Prozent gestiegen. Dialog peilt nach einem schwächeren Jahr 2016 wieder ein ordentliches Umsatzwachstum an.

ADVA ENTTÄUSCHEN MIT JAHRESZAHLEN

Enttäuschend aufgenommene Geschäftszahlen von Adva Optical beförderten die Papiere des Telekomausrüsters um 4,3 Prozent nach unten und damit auf den letzten Platz im TecDax. Ein Händler bezeichnete die Kennziffern in einer ersten Reaktion am Morgen als durchwachsen, hält den Unternehmensausblick auf das erste Quartal aber für positiv. Adva hat im abgelaufenen Jahr den Umsatz dank eines Zukaufs um gut 28 Prozent gesteigert, das Betriebsergebnis aber um knapp 28 Prozent verringert. Unterm Strich fiel der Gewinn um rund ein Fünftel.

Die Anteilsscheine an Rocket Internet sackten um mehr als 10 Prozent ab. Grund sind Marktspekulationen, wonach die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik für 10,9 Millionen ihrer Rocket-Aktien neue Besitzer sucht. Platziert würden die Papiere, die rund 6,6 Prozent der ausgegebenen Aktien entsprächen, in einer Spanne zwischen 19 und 20 Euro, hiess es. Kinnevik hält bislang 13,2 Prozent an dem des Start-up-Entwickler./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)