Aktien Frankfurt: Dax reduziert Verluste nach US-Arbeitsmarktbericht

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag leicht positiv auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juni reagiert. Die wichtigsten Börsenbarometer reduzierten moderate Verluste und bewegten sich zuletzt kaum vom Fleck. So notierte der Leitindex Dax zuletzt 0,10 Prozent tiefer bei 12 368,74 Punkten, nachdem er am Donnerstag noch unter Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik in Europa gelitten hatte. Auf Wochensicht deutet sich derzeit ein kleines Plus an.
07.07.2017 14:57

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen fiel zum Wochenschluss um 0,04 Prozent auf 24'547,39 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,03 Prozent auf 2'212,96 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat nahezu auf der Stelle.

In den USA war die Beschäftigtenzahl im Juni deutlich stärker als erwartet gestiegen. "Der Arbeitsmarkt ist robust", schrieben die Analysten der Landesbank Helaba.

STADA LEGEN ZU

Derweil sorgte der Bieterwettbewerb um den Arzneimittelhersteller Stada weiter für Aufmerksamkeit. Der aktivistische Hedgefonds Elliott des umtriebigen Investors Paul Singer schaltet sich Kreisen zufolge in das Übernahmegerangel um den Bad Vilbeler Konzern ein und habe bereits Stada-Anteile gekauft, hiess es. Die Aktien zogen um knapp 2 Prozent an.

An der MDax-Spitze kamen die Papiere von Osram wieder in Schwung und stiegen um fast 4 Prozent. Der Beleuchtungskonzern sei nach der Trennung von Siemens 2013 eine Erfolgsstory, schrieb Analyst Michael Hagmann von der Investmentbank HSBC.

DEUTZ KNICKEN EIN

Die Papiere von Deutz brachen am Ende des SDax der gering kapitalisierten Werte um rund 13 Prozent ein und notierten damit wieder auf dem Niveau von Ende April. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo, bislang Hauptaktionär, hat seinen kompletten 25-Prozent-Anteil verkauft. Von Deutz hiess es, Volvo habe versichert, dass Deutz weiterhin ein wichtiger Lieferant bleibe.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien von ProSiebenSat.1, die mehr als 2 Prozent verloren. Nachdem am Donnerstag bereits eine skeptische Studie der US-Bank JPMorgan für Wirbel gesorgt hatte, äusserte sich nun auch die französische Investmentbank Exane BNP Paribas vorsichtig zu den Papiere des Medienkonzerns.

VERSORGER ZIEHEN AN

Gefragt waren hingegen europaweit Aktien aus der Versorgerbranche. So zogen die Papiere von RWE und Eon um jeweils rund drei Prozent an. Breit aufgestellte Energiekonzerne könnten laut der Investmentbank Goldman Sachs von fortgesetzten Restrukturierungen profitieren. Als Antrieb hinzu kamen Übernahmespekulationen um das britische Erdöl- und Erdgasunternehmen Centrica.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,33 Prozent am Vortag auf 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 140,19 Punkte. Der Bund Future gab um 0,04 Prozent auf 160,55 Punkte nach. Der Kurs des Euro stand zuletzt bei 1,1421 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8756 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1385 (Mittwoch: 1,1329) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8784 (0,8827) Euro gekostet./la/stb

(AWP)