Aktien Frankfurt: Dax rutscht nach Ifo-Index knapp ins Minus

Nach dem Rückschlag zu Wochenbeginn hat sich der Dax am Dienstag stabilisiert. Der mit Spannung erwartete Ifo-Index wurde weder positiv noch negativ zum echten Kurstreiber für den Leitindex, der sich von der Gewinnschwelle nicht absetzen konnte. Über weite Strecken eher leicht darüber stehend, lag er zuletzt knapp mit 0,06 Prozent im Minus bei 12 335,27 Punkten.
24.09.2019 14:57

Eine neue Wasserstandsmeldung im US-chinesischen Handelskrieg, die Anfang Oktober auf neue Gespräche in Washington schliessen lässt, wirkte am Markt beruhigend. Der Ifo-Index lieferte ein durchwachsenes Ergebnis. Zwar verbuchte er seinen ersten Anstieg nach zuvor fünf Rückgängen. Skeptisch stimmten aber die erneut gesunkenen Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen.

Das mittlerweile von einigen befürchtete böse Erwachen war mit dem Anstieg auf 94,6 Punkte ausgeblieben. Das von den befragten Unternehmen gezeichnete Zukunftsbild ist dafür trister als erwartet. Auch wenn sich zuletzt beim Handelsstreit und dem Brexit etwas Entspannung breit machte, ist es nach Ansicht der Deka Bank für Entwarnung zu früh. "Die Unternehmen trauen dem Frieden noch nicht", sagte der Experte des Fondsanbieters, Andreas Scheuerle.

Andere Indizes schafften es am Dienstag leicht in die Gewinnzone. Der MDax als Heimat der mittelgrossen deutschen Werte stieg um 0,18 Prozent auf 25 639,21 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte 0,05 Prozent auf 3538,84 Zähler zu. Der New Yorker Dow Jones Industrial steuert auf einen freundlichen Start zu.

Im Dax ging es nach der Vortagsrally für die Aktien der Lufthansa erneut um 3,1 Prozent bergauf. Die Aktien blieben nach der am Vortag vermeldeten Insolvenz von Thomas Cook , die Flugkapazitäten vom Markt nimmt, weiter gefragt.

Auf der negativen Dax-Seite wurden die Volkswagen-Aktien nach dem Mittag mit einem Abschlag von 2,8 Prozent zum grössten Verlierer. Bei dem Autobauer kehrten die Folgen der Dieselaffäre in die Schlagzeilen zurück: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat die Führungsspitze wegen Marktmanipulation angeklagt - mit dem Vorwurf, die Anleger im Jahr 2015 nicht rechtzeitig über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben.

Ansonsten spielte die Musik bei den Nebenwerten. Vor allem fiel SAF-Holland mit einem Kurssturz um 22 Prozent negativ auf. Der Nutzfahrzeugzulieferer blickt nur sechs Wochen nach einer Bestätigung der Ziele plötzlich pessimistischer auf das laufende Jahr. Er zog damit andere Branchenwerte wie die Jost-Werke oder Knorr-Bremse um bis zu 6 Prozent mit nach unten.

Papiere des Biotech-Unternehmens Evotec wurden im MDax beflügelt von einer angekündigten Partnerschaft mit dem japanischen Pharmarisen Takeda. Sie rückten um 3,4 Prozent vor und waren so der Spitzenreiter im Mittelklasse-Index. Evotec erhält durch die Kooperation eine einmalige Vorab- und künftige Meilensteinzahlungen.

Nordex führten derweil die Gewinnerliste im SDax mit einem 4,5-prozentigen Plus an. Sie erholten sich dank eines Auftrags aus der Türkei von ihrem Kursrutsch vom Vortag.

Darüber hinaus sorgten Analystenkommentare für etwas Bewegung. So rückten Klöckner & Co um 4,3 Prozent vor nach einer Kaufempfehlung von Jefferies, die begründet wurde mit einer sehr niedrigen Bewertung. Salzgitter dagegen wurde von den Jefferies-Experten auf "Underperform" heruntergestuft, sie büssten im SDax 3,7 Prozent ein.

Bei K+S schlägt die am Vortag angekündigte Produktionskürzung wegen einer schwachen Kalinachfrage weiter Wellen. Der jüngste Kursrutsch ging mit einem Abschlag von 4 Prozent in die nächste Runde, die Aktien erreichten ein Tief seit 2005. Es folgten nun neue kritische Analystenstimmen zu dem Düngemittel- und Salzhersteller.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,57 Prozent am Vortag auf minus 0,56 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 145,98 Punkte. Der Bund-Future legte knapp um 0,03 Prozent auf 174,31 Zähler zu.

Der Euro hielt sich recht stabil bei der Marke von 1,10 US-Dollar. Am Nachmittag wurden 1,1005 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag auf 1,0985 Dollar festgesetzt./tih/fba

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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