Aktien Frankfurt: Dax rutscht nach schwachen Konjunkturdaten leicht ins Minus

Am deutschen Aktienmarkt hat die Anleger nach einem freundlichen Start der Mut verlassen. Der Leitindex Dax drehte am Dienstagvormittag ins Minus, nachdem er im frühen Handel noch bei gut 12 497 Punkten den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht hatte. Zuletzt gab das Börsenbarometer um 0,17 Prozent auf gut 12 407,37 Punkte nach. Als Belastung erwiesen sich enttäuschende Konjunkturdaten: Die Industriestimmung in der Eurozone hatte sich im September spürbar verschlechtert.
01.10.2019 12:04

Laut Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets befindet sich der Dax nahe an einer entscheidenden Schwelle: "Über 12 500 Punkten geht es ans Eingemachte." Da müssten die Käufer zeigen, ob sie die Kraft haben, den Markt weiter nach oben zu treiben. Der schwache Euro könne Ausfuhren verbilligen und so den Aktien stark exportorientierter Unternehmen auf die Sprünge helfen.

Der MDax , der die mittelgrossen deutschen Werte umfasst, fiel um 0,25 Prozent auf 25 822,06 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ebenfalls leicht im Minus.

Hierzulande und auch europaweit waren unter anderem Aktien aus dem Auto- und Technologiesektor gefragt. Sie profitierten von der Hoffnung auf eine Reduzierung der politischen Risiken. So zogen die Anteilsscheine des Chipherstellers Infineon um knapp 1 Prozent an. Die Papiere des Reifenherstellers und Automobilzulieferers Continental gewannen an der Dax-Spitze fast 1,6 Prozent.

Zudem blickten die Anleger auf die Deutsche Post , deren Aktien am Dax-Ende um knapp 3 Prozent fielen. Die Anleger reagierten ernüchtert auf die neuen strategischen Ziele des Logistikkonzerns für die kommenden Jahre. Analysten bemängeln in erster Linie, dass die Gewinnprognosen hinter ihren Erwartungen zurückblieben.

Den ersten Platz im MDax hatten die Aktien des Wafer-Herstellers Siltronic mit einem Plus von mehr als 3 Prozent inne. Die Experten der US-Bank JPMorgan schrieben in einer Branchenstudie, jüngste Daten deuteten auf eine Erholung der Nachfrage hin. Diese werde im Schlussquartal 2019 einen Boden finden "und dann eine Erholung beginnen", schätzte Analyst Hisashi Moriyama.

Unter den schwächsten Werten im MDax verloren die Aktien von Osram knapp 1,6 Prozent. Nach der jüngst erhöhten Offerte des österreichischen Chipkonzerns AMS für den Lichtkonzern geben sich die mitbietenden Finanzinvestoren Advent und Bain laut einem Pressebericht offenbar geschlagen. Das neu formierte Investorenduo verzichte demnach auf Gegenmassnahmen, berichtete die "Börsen-Zeitung" ohne genauere Quellen zu nennen.

Unter den Favoriten im Nebenwerte-Index SDax gingen die Papiere des Batterieherstellers Varta wieder auf Rekordjagd und lagen zuletzt mehr als 2,5 Prozent im Plus. In den vergangenen Wochen und Monaten war am Markt immer wieder spekuliert worden, der Batteriespezialist könne die Batterien für neue Airpods von Apple liefern, aber möglicherweise auch für die neuen Echo Buds von Amazon ./la/jha/

(AWP)

 
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