Aktien Frankfurt: Dax rutscht nach starker Vorwoche leicht ins Minus

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Montag nach einem starken Wochenstart leicht ins Minus gerutscht. Der deutsche Leitindex verlor bis zum Mittag 0,21 Prozent auf 10 045,40 Punkte. Börsianer werteten dies vor allem als kleine Gegenreaktion auf den deutlichen Kursanstieg des Börsenbarometers um gut viereinhalb Prozent in der vergangenen Woche.
18.07.2016 12:06

Die Nebenwerte hingegen schlugen sich teils deutlich besser: So rückte der MDax der mittelgrossen Werte um 0,36 Prozent auf 20 627,58 Punkte vor. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es sogar um 1,28 Prozent auf 1646,45 Punkte nach oben. Hier sorgte die geplante Übernahme des Chipdesigners ARM Holdings durch den japanischen Softbank-Konzern für gute Laune.

'SITUATION IN DER TÜRKEI NOCH NICHT AUSGESTANDEN'

Die Dax-Anleger hatten im frühen Handel zunächst erleichtert auf den gescheiterten Militärputsch in der Türkei reagiert, weil sich die Lage in dem Land wieder deutlich beruhigt hatte. So war der Leitindex zunächst um knapp 1 Prozent in die Höhe gesprungen.

Dann jedoch setzte recht schnell Ernüchterung ein. "Die Situation in der Türkei ist noch nicht ausgestanden", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. So könnten die angekündigten Säuberungsmassnahmen des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan Experten zufolge für eine Belastung des ohnehin nicht einfachen Verhältnisses des Landes mit Europa und den USA sorgen.

Der Brexit hingegen sei als mögliche Gefahr zunächst aus den Köpfen der Anleger verschwunden, sagte Halver. Schliesslich würden die Briten wohl erst Ende des Jahres den Antrag auf Austritt aus der Europäischen Union einreichen.

KION PROFITIEREN VON GUTEN QUARTALSZAHLEN

Hierzulande gehörten die Aktien von Infineon und Dialog Semiconductor mit Gewinnen von gut 2,5 beziehungsweise mehr als 5 Prozent zu den Favoriten. Die geplante Übernahme von ARM Holdings ist einem Händler zufolge eventuell nur der erste Schritt der Japaner, um den Chinesen bei ihrer Einkaufstour in Europa in die Quere zu kommen. Insofern hätten die Bewertungen der europäischen Technologieaktien noch Luft nach oben.

Ansonsten richteten sich die Blicke verstärkt auf die Berichtssaison der Unternehmen. Dabei überraschte Kion positiv mit seinen Quartalszahlen: Der Gabelstapler-Hersteller profitierte von einem unerwartet guten Geschäft in Westeuropa. Die Anteilsscheine gewannen an der MDax-Spitze 3,58 Prozent auf 47,44 Euro.

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie löste mit Eckdaten für das zweite Quartal einen Kurssprung von zwischenzeitlich knapp 4 Prozent aus. Das operative Ergebnis (Ebitda) liege über den Markterwartungen, teilte das Unternehmen mit. Zuletzt stiegen die Anteilsscheine noch um gut 2 Prozent.

HAPAG-LLOYD SACKEN ANS SDAX-ENDE

Klares Schlusslicht im SDax der gering kapitalisierten Werte waren die Papiere von Hapag-Lloyd mit minus 8,44 Prozent. Die Container-Reederei kappte wegen des Preiskampfes in der Schifffahrt die Gewinnprognose für dieses Jahr. Ein Händler sprach von einem weiterhin schwierigen Umfeld für die Schifffahrtsbranche. Hinzu kämen die Belastungen durch die Fusion mit der arabischen Reederei UASC. So wollen die beiden Container-Reedereien ihre gemeinsame Zukunft mit einer Kapitalerhöhung absichern./la/das

(AWP)