Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Rekord infolge von Macrons Wahlsieg

Der pro-europäische Wahlsieg in Frankreich hat dem Dax am Montag zum Handelsauftakt zu einem neuen Höchststand verholfen. Nach einem Sprung auf 12 762 Punkte gab der deutsche Leitindex seine Gewinne jedoch rasch ab und verlor bis zur Mittagszeit 0,36 Prozent auf 12 671,68 Zähler. Zwar sei der klare Sieg von Emmanuel Macron ein wichtiger Schritt für die weitere politische Richtung Frankreichs, doch Mitte Juni stünden noch die Parlamentswahlen an, erinnerten mehrere Börsianer. Zudem sei das Ergebnis der Präsidentschaftswahl letztlich bereits eingepreist worden.
08.05.2017 12:19

Seitdem der europa- und wirtschaftsfreundliche Macron vor zwei Wochen in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl vor der rechtspopulistischen Konkurrentin Marine Le Pen gelegen hatte, war der Dax bereits von Rekord zu Rekord geklettert. Insgesamt hatte er knapp 6 Prozent hinzugewonnen. Auch andere wichtige Indizes in Europa waren kräftig gestiegen.

AUCH EUROPAWEIT WERDEN GEWINNE MITGENOMMEN

Der MDax , der Index der mittelgrossen Konzerne, erreichte bei zeitweise deutlich über 25 200 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke. Zuletzt sank er um 0,21 Prozent auf 25 109,14 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,41 Prozent auf 2120,64 Punkte. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50 , ging es nach einem freundlichen Start um 0,60 Prozent abwärts und auch in Paris waren die frühen Gewinne nicht von Dauer.

Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen sah auch in den am Morgen veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus China einen leichten Stimmungsdämpfer. In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt läuft der Aussenhandel zwar gut, aber nicht ganz so rund wie erwartet. Die Daten aus der deutschen Industrie hingegen waren noch stärker als erwartet ausgefallen: Im März stiegen die Aufträge deutlicher als Experten prognostiziert hatten. Auch der Zuwachs im Februar wurde nach oben korrigiert.

BAYER KOMMT MIT MONSANTO-ÜBERNAHME WEITER

Unter den Einzelwerten im Dax gaben die Aktien von Bayer um 0,26 Prozent nach, hatten zuvor allerdings den höchsten Stand seit Ende 2015 erreicht. Zwar muss der Chemiekonzern im Zuge seiner Monsanto-Übernahme einen Teil seines eigenen Geschäfts abgeben, doch bedeutet dies laut der Commerzbank letztlich einen wichtigen Schritt hin zu einem erfolgreichen Kaufabschluss. Die südafrikanische Wettbewerbsbehörde fordert von Bayer, sich weltweit von der Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty zu trennen.

Die Aktien der Lufthansa notierten 1,29 Prozent im Minus oder 21 Cent tiefer, um die Dividendenzahlung von 50 Cent bereinigt ging es aber noch oben. Rückenwind lieferte eine Kaufempfehlung der UBS. Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage, aktuell wieder sinkende Ölpreise und positive Wechselkurseffekte hätten zu einer Kehrtwende in seiner Bewertung geführt, schrieb Analyst Jarrod Castle.

HHLA ÜBERZEUGT MIT AUSBLICK AUF 2017

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA erfreute die Anleger mit einem optimistischeren Jahresausblick. Die Papieren sprangen mit einem Plus von fast 6 Prozent an die SDax-Spitze ./ck/

-- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)