Aktien Frankfurt: Dax schwächelt - TecDax auf neuem Hoch seit Februar 2001

Die verworrene Lage in Katalonien hat am Dienstag für etwas Zurückhaltung unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Die 13 000-Punkte-Marke für den Dax blieb daher weiter unerreicht.
10.10.2017 11:49

Gegen Mittag sank der Leitindex um 0,21 Prozent auf 12 949,44 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax erreichte hingegen einen neuen Höchststand seit Februar 2001 und legte zuletzt um 0,08 Prozent auf 2503,89 Punkte zu. Der MDax der mittelgrossen Werte gab zugleich um 0,17 Prozent auf 25 778,41 Punkte nach. Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,30 Prozent abwärts.

Zum Wochenstart hatte das deutsche Börsenbarometer zwar wieder einen Rekord aufgestellt und sich der 13 000-Punkte-Marke bis auf gut drei Zähler genähert, doch dann war mal wieder der nötige Schwung ausgeblieben. "Insgesamt fehlen neue Impulse, die für die notwendige Bewegungsdynamik sorgen", kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Möglich sei, dass die in dieser Woche beginnende US-Quartalsberichtssaison zum Ausbruch des Dax über die psychologisch wichtige Hürde verhelfen könnte, doch "das Pendel könnte auch zur anderen Seite ausschlagen, sofern die Zahlen und vor allem der Ausblick der Unternehmen nicht überzeugen".

Bevor der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, am Abend seine mit Spannung erwartete Rede vor dem Parlament von Barcelona hält, standen Daten zur deutschen Handelsbilanz im Blick. Im August konnte der deutsche Aussenhandel seine Exporte kräftig steigern und übertraf die Erwartungen. Auch die Einfuhren stiegen deutlich.

Unter den Einzelwerten im Dax büssten die Papiere des Dialyse-Dienstleisters FMC 2,10 Prozent ein und waren damit Schlusslicht. Belastend wirkten sich neue Spekulationen über Änderungen im US-Gesundheitswesen durch US-Präsident Donald Trump aus. Zudem verwiesen Börsianer auf den Kurseinbruch des US-Wettbewerbers DaVita von fast 10 Prozent. JPMorgan hatte DaVita angesichts der Rechtsstreitigkeiten zwischen Dialyse-Dienstleistern, Zahlungsträgern und dem American Kidney Fund auf "Underweight" abgestuft.

Im TecDax legten die Anteile des Biotech-Unternehmens Evotec dank einer Meilensteinzahlung um 1,00 Prozent zu. Das Erreichen des ersten Meilensteins in der strategischen Allianz mit dem US-Pharmahersteller Celgene löst bei Evotec Umsatzerlöse in Höhe von 5 Millionen US-Dollar im dritten Quartal aus.

Symrise reagierten mit plus 0,88 Prozent auf die Zahlen des Schweizer Konkurrenten Givaudan . Der Aromen- und Riechstoff-Hersteller wuchs in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weiter und bekräftigte seinen Ausblick. Rocket Internet stiegen nach einer Mitteilung der Startup-Schmiede zur Vorbereitung des Börsengangs von Hellofresh im SDax um 1,29 Prozent. Rocket ist mit 53 Prozent an dem 2011 gegründeten Kochboxen-Anbieter beteiligt.

Zudem bewegten Analystenkommentare: So büssten die Anteile von Nordex knapp 7 Prozent ein und litten darunter, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs das Papier von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 12 auf 8 Euro gesenkt hat. Wegen der Schwäche auf dem deutschen Markt kappte Analyst Manuel Losa seine Prognosen für den Windkraftanlagen-Hersteller für die Jahre 2018 bis 2020.

Wacker Neuson wurden vom Bankhaus Lampe auf "Halten" abgestuft, was der Aktie im SDax ein Minus von 5,07 Prozent einbrockte. Thyssenkrupp , ebenfalls von Lampe ins Visier genommen, gaben um 1,39 Prozent nach. Hier hatten die Analysten die Aktie des Industriekonzerns von ihrer "Alpha Liste" gestrichen, in die Aktien mit besonders hohem Kursgewinnpotenzial aufgenommen werden./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)