Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich vor britischem Zinsentscheid weiter

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag weiter stabilisiert. Gegen Mittag legte der Dax 0,75 Prozent auf 10 246,85 Punkte zu. Damit knüpfte der Leitindex an sein moderates Vortagsplus an. Am Dienstag hatte er noch fast zwei Prozent eingebüsst.
04.08.2016 12:01

Aktuell im Fokus steht neben dem Zinsentscheid der britischen Notenbank am frühen Nachmittag die weiter auf vollen Touren laufende Berichtssaison der Unternehmen. Experten gehen davon aus, dass die britischen Währungshüter mit einer Zinssenkung auf das Brexit-Votum und dessen Folgen reagieren werden. Mit einem solchen Schritt würden sie versuchen, der Wirtschaft des Landes positive Impulse zu verleihen, nachdem es zuletzt vermehrt Schwächesignale gegeben hatte.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann am Donnerstag 0,28 Prozent auf 20 872,30 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,70 Prozent auf 1695,60 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,72 Prozent auf 2932,01 Punkte hoch.

ZAHLEN UND HÖHERE PROGNOSE BEFLÜGELN SIEMENS

In Deutschland legten allein aus dem Dax fünf Unternehmen aktuelle Zahlen vor. Die Aktien von Siemens verteuerten sich bis auf 101,20 Euro, was den höchsten Stand seit April vergangenen Jahres bedeutete - zuletzt gewannen sie an der Indexspitze noch 4,24 Prozent auf 100,90 Euro. Sowohl die Resultate des Elektrokonzerns für das dritte Geschäftsquartal als auch das angehobene Jahresgewinnziel lägen deutlich über den Erwartungen, sagte ein Händler.

Beim Medienkonzern ProSiebenSat.1 konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg von 0,90 Prozent freuen. Die Münchener übertrafen im zweiten Quartal bei wichtigen Kennzahlen die Prognosen von Analysten, obwohl sich das rasante Wachstum im Digitalgeschäft etwas abschwächte.

Dagegen halfen dem Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA weder ein erfolgreiches Quartal noch der angehobene Jahresausblick. Dies sei bereits erwartet worden, sagte ein Händler. Die zuletzt gut gelaufenen Anteilsscheine verloren 1,49 Prozent.

DURCHWACHSENE BEIERSDORF-ZAHLEN - GEWINNMITNAHMEN BEI ADIDAS

Für Beiersdorf-Titel ging es um 2,96 Prozent bergab. Der Eurokurs und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa brockten dem Konsumgüterhersteller im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang ein. Analyst Thomas Maul von der DZ Bank sprach von lediglich durchwachsenen Zahlen. Andere Experten machten die schon recht hohe Bewertung der Aktie für den Kursrutsch verantwortlich. Zudem seien defensive Titel im aktuell freundlichen Marktumfeld wenig attraktiv.

Beim Sportartikelhersteller Adidas stand nach der jüngsten Rekordjagd trotz guter Geschäftszahlen ein Kursminus von 3,11 Prozent zu Buche, was den letzten Platz im Dax bedeutete. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Ergebnisse des zweiten Quartals seien fantastisch gewesen, doch dies sei inzwischen eingepreist, schrieb etwa Analyst Mark Josefson von der Investmentbank Equinet. Er empfiehlt, die Aktien nach dem zuletzt starken Lauf zu verkaufen./gl/zb

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)