Aktien Frankfurt: Dax startet freundlich in den Juni - Aber noch kein Ausbruch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der erhoffte Dax-Ausbruch über die Marke von 12 700 Punkten lässt weiter auf sich warten. Zwar startete der deutsche Leitindex am Donnerstag freundlich in den Börsenmonat Juni und gewann zuletzt 0,35 Prozent auf 12 659,32 Punkte. Damit steckt er aber weiter in der Handelsspanne von rund 200 Punkten seit seinem Rekordhoch Mitte Mai und dem anschliessenden Kursrückschlag fest. Für den vergangenen Monat hatte der Dax daher lediglich ein Plus von knapp anderthalb Prozent ins Ziel gerettet.
01.06.2017 15:02

BEOBACHTER: DAX NOCH IN 'NEUTRALEM BEREICH'

Aus technischer Sicht befinde sich der Dax noch weiterhin in einem "neutralen Bereich", schrieb Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. Auch an diesem Donnerstag bleibt daher abzuwarten, ob es der Dax über die psychologisch wichtige Marke schafft. "Bis entweder der Widerstand bei 12 700 oder die Unterstützung bei 12 500 Punkten klar durchbrochen werden, bleibt Konsolidierung angesagt." Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt, die als Indikatoren für den am Freitag anstehenden, offiziellen monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung gelten, hatten kaum Einfluss auf den Dax.

Besser als der deutsche Leitindex schlug sich am Donnerstag der MDax : Der Index der mittelgrossen Unternehmen setzte mit einem Anstieg bis auf 25 439 Punkte seine Rekordjagd fort und notierte zuletzt 1,22 Prozent höher bei 25 434,05 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte erstmals seit dem Jahr 2001 über die Marke von 2300 Punkten - zuletzt stand er 0,60 Prozent im Plus bei 2303,06 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,40 Prozent auf 3568,96 Zähler hoch.

LINDE ZIEHEN AN - AUFSICHTSRAT BERÄT ÜBER FUSION MIT PRAXAIR

Im Dax gehörten Aktien des Gasekonzerns Linde mit plus 1,47 Prozent zu den Favoriten der Anleger. Hier hoffen die Aktionäre auf Neuigkeiten zur umstrittenen Fusion mit Praxair . Der Aufsichtsrat berät diese heute bei einem Treffen in München.

Der anhaltende Aufwärtstrend bei der Lufthansa verhalf den Aktien der Fluggesellschaft auf das höchste Kursniveau seit Mitte 2014. Zuletzt gewannen sie dank einer positiven Branchenstudie der Societe Generale 1,62 Prozent auf 17,575 Euro.

BERICHT SETZT THYSSENKRUPP UNTER DRUCK

Dagegen büssten die Titel des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp nach einem Bericht der "Rheinischen Post" 1,16 Prozent ein. Kurz vor der möglichen Stahlfusion mit dem britisch-indischen Konkurrenten Tata sei die Lage des deutschen Konzerns in weiten Teilen schwieriger als bisher bekannt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen. Drei der fünf Konzernsparten hätten Probleme, mit der Konkurrenz mitzuhalten.

Aktien von S&T gewannen an der TecDax-Spitze 4,21 Prozent. Das österreichische Technologie-Unternehmen übernahm die Mehrheit am Linux-Experten Linforge. Der Ausbau des Portfolios im Bereich Open-Source-Lösungen kam bei den Anlegern damit gut an.

HHLA PROFITIEREN VON HSBC-KAUFEMPFEHLUNG

Im Kleinwerte-Index SDax stachen die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA mit plus 5,75 Prozent heraus. Ihnen gab eine Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC kräftig Auftrieb.

Bei Wüstenrot & Wuerttembergische stand nach einem Anstieg bis auf 19,700 Euro zuletzt noch ein Plus von 0,44 Prozent auf 19,445 Euro zu Buche. Der Finanzkonzern erwägt einen Verkauf seiner Bank.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,96 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,01 Prozent auf 162,14 Punkte. Der Euro sank auf 1,1215 US-Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1221 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8912 Euro gekostet./gl/fbr

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)