Aktien Frankfurt: Dax steht vor US-Jobbericht wieder klar über 12 000 Punkten

Vor der Veröffentlichung neuester Daten vom US-Arbeitsmarkt ist der Dax am Freitag wieder deutlich über die Marke von 12 000 Punkten geklettert. Der deutsche Leitindex rückte gegen Mittag um 0,63 Prozent auf 12 054,34 Punkte vor. Auf Wochensicht dürfte der Dax damit doch noch in positivem Terrain landen. Im bisherigen Wochenverlauf hatte er die runde Marke von 12 000 Punkten bereits einige Male in Angriff genommen, ohne sie aber nachhaltig zu überwinden.
10.03.2017 11:52

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax legte am Freitag um 0,53 Prozent auf 23 407,68 Punkte zu. Der Technologie-Index TecDax gewann sogar 1,02 Prozent auf 1969,05 Punkte und nähert sich damit der Marke von 2000 Punkten, die er zuletzt im Jahr 2001 erreicht hatte. Auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es hoch - um 0,80 Prozent.

GUTE JOBDATEN, FED-ZINSERHÖHUNG

Jüngste Wirtschaftsdaten aus Deutschland überzeugten: Die Exporte hatten im Januar stärker als erwartet zugelegt. Auch die Einfuhren stiegen deutlicher als gedacht.

An den asiatischen Börsen hatten die Anleger am Freitag bereits darauf gesetzt, dass die US-Jobdaten eine weiter robuste US-Wirtschaft unterstreichen. Die Experten der französischen Bank Societe Generale rechnen ebenfalls mit einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt der USA, was die bereits weitreichend erwartete Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed am 15. März zementieren dürfte.

BANKEN VORNE, IMMOBILIEN HINTEN

Auf der anderen Seite bleibt die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zunächst weiter sehr expansiv. Für europäische Aktienkäufer sei dies eine gute Nachricht, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Diejenigen Aktienprofis, die von EZB-Präsident Mario Draghi etwas anderes erwartet und damit auf fallende Börsen gesetzt hätten, müssten nun wieder rein in den Markt.

Marktbeobachter verwiesen allerdings darauf, dass der Ton auf der Vortages-Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi schon "etwas straffer" gewesen sei als gedacht. Zusammen mit der sich immer stärker abzeichnenden Zinserhöhung in den USA trieb dies die Aktien von Banken am Freitag an. Im Dax waren die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank mit Kursaufschlägen von jeweils rund 3 Prozent vorne.

Immobilienwerte leiden dagegen für gewöhnlich unter einem festeren Zinsumfeld. Entsprechend präsentierten sie sich zum Wochenausklang schwach. Vonovia verloren am Dax-Ende etwas mehr als 1 Prozent. Auch im MDax und im Kleinwerte-Index SDax waren Immobilien-Papiere unter den grössten Verlierern. Händler stellten als Stimmungsdämpfer auch auf zuletzt schwache Geschäftsberichte einiger britischer Immobilienunternehmen ab.

HOHE KURSGEWINNE BEI EVOTEC

Nachdem an den vergangenen zwei Tagen zahlreiche Geschäftsberichte den Verlauf am deutschen Aktienmarkt geprägt hatten, geht es zum Wochenausklang ruhiger zu. Unter den Einzelwerten zogen an der TecDax-Spitze die Aktien von Evotec um mehr als sechseinhalb Prozent an. Eine Kaufempfehlung der Bank Berenberg gab den Papieren des Biotechunternehmens Auftrieb. Sie kletterten erstmals seit dem Jahr 2002 auf über 8 Euro.

Die Wirecard-Aktien stiegen um rund 3 Prozent. Die Anleger reagierten damit erleichtert auf den Abschluss der Übernahme von Citi Prepaid Card Services. "Einige haben bis zuletzt noch befürchtet, dass der Deal scheitert", sagte ein Börsianer.

ZALANDO SEHR FEST

Als bester MDax-Wert profitierten die Anteile des Online-Modehändlers Zalando mit einem Plus von fast 3 Prozent ebenfalls von einem positiven Analystenkommentar. Andrew Ross von Barclays lobte vor allem die Plattformstrategie des Unternehmens, das sich damit nicht nur auf den eigenen Handel verlasse. Bei Stada hält sich derweil die Hoffnung auf einen strategischen Käufer. Die Anteile des Arzneiherstellers gewannen 1,3 Prozent./ajx/stb

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)