Aktien Frankfurt: Dax steigt und MDax auf Rekordhoch - Dieselgate belastet VW

Auf zu neuen Höchstständen lautet am Freitagnachmittag das Motto am deutschen Aktienmarkt. Dem Dax fehlten zwar am Mittag nach einem Anstieg von 0,41 Prozent auf 12 756,29 Punkte noch knapp 200 Zähler bis zum Rekordhoch vom Juni bei 12 951,54 Punkten. Der MDax erreichte dagegen bereits den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Der technologielastige TecDax markierte den höchsten Kurs seit fast 17 Jahren.
29.09.2017 14:45

Die Hausse nährt die Hausse, lautet ein alter Börsenspruch. "Die Skeptiker müssen auf den fahrenden Zug aufspringen, um nicht abgehängt zu werden", schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets in einem Marktkommentar. Das könne den Dax schnell auf die nächste runde Marke von 13 000 Punkten befördern - womit ein neues Rekordhoch erreicht wäre.

Der Dax steht somit vor einem erfolgreichen Monats- und Quartalsabschluss. Auf dem aktuellen Niveau liegt der Monatsgewinn bei fast 6 Prozent. Das ist Beobachtern zufolge beachtlich, gilt doch der September historisch betrachtet als schlechter Börsenmonat. Im dritten Quartal liegt der Dax mit mehr als drei Prozent im Plus.

CREDIT SUISSE: DEUTSCHE AKTIEN ÜBERGEWICHTEN

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse rät den Anlegern, deutsche Aktien im Portfolio weiterhin überzugewichten. Der Euro dürfte weiter nachgeben und der deutsche Aktienmarkt davon am meisten profitieren, hiess es zur Begründung. Auch laufe die Konjunktur in Deutschland noch immer besser als in anderen europäischen Ländern. Und schliesslich seien deutsche Aktien nach wie vor günstig bewertet.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Konzerne vertreten sind, legte um 0,21 Prozent auf 25 872,30 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,31 Prozent auf 2427,78 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 handelte 0,24 Prozent höher auf 3572,17 Punkte.

VW FALLEN - DIESELGATE WIRD TEURER

Konjunkturdaten aus den USA könnten vor dem Wochenende noch einmal für Bewegung sorgen. Veröffentlicht werden die Ergebnisse einer Umfrage unter Einkäufern der Region Chicago im September und die Ergebnisse einer Verbraucherumfrage der Universität Michigan.

Unternehmensseitig rückten VW einmal mehr mit dem Dieselskandal in den Blick. Die Wolfsburger müssen für die Abgasaffäre in den USA weitere Milliardenkosten verbuchen. Im dritten Quartal wird der operative Gewinn mit rund 2,5 Milliarden Euro belastet. Grund ist eine erhöhte Vorsorge für das Rückruf- und Nachrüstprogramm in Nordamerika. Die Gesamtkosten steigen damit auf 25,1 Milliarden Euro. VW-Aktien gaben um 1,2 Prozent nach, erholten sich aber von zuvor deutlich höheren Kursverlusten.

MERCK NACH INVESTORENTAG ERNEUT SCHWACH

Bei den Aktien der Merck KGaA weiteten sich die Verluste vom Vortag um 2,6 Prozent aus. Am Donnerstag hatte der Pharma- und Chemiekonzern Investoren zu einem Treffen geladen. Der Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank verwies auf negative Aussagen des Managements zum Pharmageschäft. Der Analyst Richard Vosser von JP Morgan schrieb, Merck habe auf negative Folgen des gestiegenen Euro für den Gewinn verwiesen.

Die Papiere des Anlagenbauers Krones verloren nach dem Rekordhoch vom Donnerstag mehr als 3 Prozent und waren das Schlusslicht im MDax, Hier belastete eine Abstufung von "Buy" auf "Hold" durch die britische Bank HSBC. Osram-Aktien lagen an der MDax-Spitze mit einem Zugewinn von gut 2 Prozent. Die französische Bank Societe Generale erhöhte das Kursziel für den Lichtspezialisten von 75 auf 82 Euro und riet zum Kauf der Aktie.

Aktien von Evonik legten um 0,5 Prozent zu, nachdem die Barclays Bank die Bewertung der Papiere des Chemiekonzerns mit "Overweight" aufgenommen hatte.

EURO SETZT DIE ERHOLUNG FORT

Der Euro setzte die Erholung vom Donnerstag fort, mit 1,1818 US-Dollar handelte die Gemeinschaftswährung wieder oberhalb der Marke von 1,18 Dollar. Hier könnten die US-Konjunkturdaten Impulse setzen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 141,21 Punkte. Der Bund-Future handelte 0,17 Prozent höher auf 161,18 Punkte./bek/oca

(AWP)