Aktien Frankfurt: Dax tritt vor Fed-Entscheid auf der Stelle

Die anstehende US-Leitzinsentscheidung und die Wahlen in den Niederlanden fest im Blick ist der Dax am Mittwoch knapp unter der viel beachteten Marke von 12 000 Punkten bei 11 988 Punkten verharrt. Wie in den vergangenen fünf Handelstagen schaffte es der Leitindex nur kurzzeitig über diese runde Schwelle. Die Anleger wollen sich vor dem Fed-Entscheid nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
15.03.2017 14:56

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax legte bis zum Nachmittag um 0,24 Prozent zu auf 23 482,85 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte etwas vor. Der Technologie-Index TecDax verlor indes 0,10 Prozent auf 1976,37 Punkte.

ZINSANHEBUNG DURCH FED GILT ALS AUSGEMACHT

Die US-Notenbank Fed wird um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihre Entscheidung bekanntgeben. Am Markt wird fest mit einer weiteren Leitzins- Anhebung gerechnet - es wäre das dritte Mal nach der Finanzkrise. Erwartet wird eine Anhebung um mindestens 0,25 Prozentpunkte.

"Da eine Zinserhöhung in den USA bereits in den Kursen enthalten ist, richtet sich der Fokus der Anleger auf den Bericht und die Pressekonferenz von Janet Yellen", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Dabei steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob sie Hinweise auf künftig schneller steigende Zinsen geben wird. Die Fed hatte erst im Dezember die Zügel weiter angezogen.

Vor den Wahlen in Frankreich und auch Deutschland schaut Europa an diesem Mittwoch bei den Niederlandewahlen vor allem auf das Abschneiden der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders. Die Wahlentscheidung der Niederländer gilt als wegweisender Stimmungstest vor den entscheidenden Abstimmungen in Frankreich und Deutschland. In den letzten Umfragen liegt seine Partei für die Freiheit PVV zwar an zweiter Stelle, eine Beteiligung von Wilders an einer künftigen Regierung gilt aber auch bei einem Wahlerfolg wegen der Ablehnung durch die anderen Parteien als ausgeschlossen. Erste Prognosen werden nicht vor dem Abend erwartet.

EON IM MINUS - UNSICHERHEIT DURCH FEHLENDE KAPITAL-ENTSCHEIDUNGEN Auf Unternehmensseite rutschten Eon-Aktien um 3,5 Prozent an das Dax-Ende und den tiefsten Stand seit Januar ab. Der Versorger hatte zwar trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als befürchtet - dass die Essener aber erst in Kürze über die Aufnahme frischen Kapitals entscheiden wollen, sorgte laut Börsianern für Unsicherheit am Markt. Zudem war auch der Ausblick auf 2017 laut Branchenexperten gemischt ausgefallen.

Unter Druck geriet auch die Aktie des weltgrössten Rückversicherers Munich Re - hier belastete ein unerwartet vorsichtiger Gewinnausblick auf 2017. Das gleichzeitig angekündigte weitere Aktienrückkaufprogramm konnte die Börsianer zunächst nicht versöhnen. Die Aktien gaben um fast 1,5 Prozent nach.

LUFTHANSA EINIGT SICH MIT COCKPIT

Die Anleger der Lufthansa konnten sich unterdessen über die Einigung der Fluggesellschaft im Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit freuen. Die Papiere der Kranich-Linie hoben um rund 1,5 Prozent ab und knüpften damit an ihren seit der Einigung auf einen Vorschlag des Schlichters vor rund einem Monat anhaltend guten Lauf an.

In den hinteren Börsenreihen eroberten Bilfinger-Papiere nach einem Millionenauftrag aus dem Oman mit über 3 Prozent Kursplus den Spitzenplatz im MDax. Eine Anteilsplatzierung durch den Grossaktionär Wacker Chemie belastete im TecDax den Kurs des Halbleiter-Unternehmens Siltronic . Die Papiere verloren hier fast 7 Prozent, nachdem der Spezialchemiekonzern 21 Prozent der Papiere seiner ehemaligen Tochter versilbert hat./ag/stb

(AWP)