Aktien Frankfurt: Dax trotzt Fed-Sorgen um hohe Aktienbewertung

Der Dax hat sich am Donnerstag ungeachtet der Befürchtungen einiger US-Notenbank-Mitglieder über eine Blasenbildung am Aktienmarkt relativ stabil gezeigt. Nach einem schwächeren Handelsauftakt erholte sich der deutsche Leitindex und notierte am Nachmittag nur noch 0,16 Prozent tiefer bei 12 197,73 Punkten. Am Mittwoch hatte das Börsenbarometer rund ein halbes Prozent eingebüsst.
06.04.2017 14:52

Marktexperte Jens Klatt bezeichnete das am Mittwochabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed als "faustdicke Überraschung". Mehrere Fed-Mitglieder hätten sich besorgt über die hohe Bewertung des Aktienmarktes gezeigt und auf die Gefahr einer Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten verwiesen, sollte es zu einer deutlicheren Korrekturbewegung an den Börsen kommen. "Die Deutlichkeit, mit welcher sich die Fed hier äussert, ist schon etwas beängstigend", sagte Klatt. Zudem deuteten die US-Währungshüter an, ihr gigantisches Wertpapier-Kaufprogramm alsbald zurückfahren zu wollen.

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, gewann 0,06 Prozent auf 24 025,24 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,15 Prozent auf 3477,82 Punkte aufwärts. Der deutsche Technologiewerte-Index TecDax büsste hingegen 0,59 Prozent auf 2029,61 Punkte ein, nachdem die Papiere des Telekomanbieters Freenet und des Solartechnik-Spezialisten SMA Solar deutlich unter Druck geraten waren. In beiden Fällen belasteten Analystenstudien, die zum Verkaufen rieten, die Papiere.

FRAPORT AUF REKORDHOCH

Unter den Einzelwerten gehörten die Aktien von Gerresheimer mit einem Kursrutsch von 5,4 Prozent zu den grössten Verlierern. Der Verpackungsspezialist ist vor allem wegen Problemen in den USA schwach ins Geschäftsjahr gestartet.

Dagegen setzten die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport ihre jüngste Rally fort und stiegen um knapp 5 Prozent auf ein Rekordhoch von 69,92 Euro. Fraport hatte Mitte März mit den Geschäftszahlen für 2016 und dem Ausblick aufs laufende Jahr für Eindruck unter den Anlegern und Analysten gesorgt. Am Donnerstag äusserte sich nun die französische Bank Societe Generale positiv zu den Papieren.

S&T AUF 13-JAHRESHOCH

Mit Begeisterung nahmen die Anleger die Geschäftszahlen und -aussichten des österreichischen Technologie-Unternehmens S&T auf. Die Aktien schnellten bis auf 11,785 Euro nach oben und erreichten den höchsten Stand seit Juni 2004. Zuletzt wurden sie knapp 9 Prozent höher gehandelt und waren damit klarer Spitzenreiter im TecDax . S&T will nach einem Umsatz- und Gewinnplus 2016 im laufenden Jahr noch kräftiger zulegen. Mit der geplanten Komplettübernahme des deutschen Computerbauers Kontron soll das Geschäft einen kräftigen Schub bekommen. Für 2016 kündigte das Unternehmen zudem eine Dividendenerhöhung um 20 Prozent an.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 142,35 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,12 Prozent auf 162,36 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro notierte wenig verändert bei zuletzt 1,0660 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,0678 Dollar festgesetzt./edh/stb

(AWP)