Aktien Frankfurt: Dax und MDax nach Rekorden kaum bewegt

Die Anleger haben sich am Donnerstag nicht aus der Reserve locken lassen. Nach ihren jüngsten Rekorden kamen Dax und MDax kaum vom Fleck, zumal weder die Inflationsdaten noch der auf Rekordtief belassene Leitzins in der Eurozone überraschen konnten. Die sehr positive Verbraucherstimmung in Deutschland bewegte ebenfalls nicht. Sie hatte nach aktuellen GfK-Daten den höchsten Wert seit Oktober 2001 erreichte.
27.04.2017 15:02

Der deutsche Leitindex gab bis zum Nachmittag um 0,12 Prozent auf 12 457,39 Punkte nach, und der Index für mittelgrosse Unternehmen sank um 0,05 Prozent auf 24 628,23 Punkte. Tags zuvor hatten beide Indizes mit kleinen Schrittchen weitere Bestmarken erzielt, mit einer regelrechten Kursrally allerdings schon am Montag als Reaktion auf den ersten Wahlgang in Frankreich beeindruckt. Der Technologie-Index TecDax verlor 0,33 Prozent auf 2076,85 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab gut ein halbes Prozent ab.

LUFT NACH OBEN SEHR DÜNN GEWORDEN

"In den Kursen sind schon viele positive Nachrichten eingepreist", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Daher müsse schon viel passieren, damit die Rally weitergehen könne. Da zudem den Steuerversprechungen des US-Präsidenten am Vorabend die Details gefehlt hatten, gingen auch von ihnen keine Impulse aus.

So waren es vor allem Quartalsberichte, die einzelne Werte bewegten. Allein im Dax standen aus diesem Grund die Deutsche Bank , die Deutsche Börse , die Lufthansa sowie die beiden Chemiekonzerne BASF und Bayer im Blick. Beiersdorf legte Umsatzzahlen vor.

OPERATIVES GESCHÄFT DER DEUTSCHEN BANK ENTTÄUSCHT

Die Deutsche Bank konnte zwar ihren Gewinn vor Steuern deutlicher steigern als von Analysten erwartet, bemängelt wurde am Markt aber die operative Entwicklung im ersten Quartal. Die Aktien büssten daraufhin 2,16 Prozent ein. Der Lufthansa verhalfen gute Geschäfte mit Fracht und Wartung überraschend zu schwarzen Zahlen. Unter dem Strich vergrösserte sich das Minus diesmal jedoch im Jahresvergleich deutlich. Anleger quittierten die Zahlen mit Verkäufen - die Papiere sanken um 4,05 Prozent.

Auch die Anteilsscheine von BASF zeigten sich schwach mit minus 1,28 Prozent, während die von Bayer mit plus 4,03 Prozent die Dax-Spitze eroberten. BASF meldete überraschend starke Quartalszahlen. Die Ziele für 2017 seien aber im Grund nur bestätigt worden, monierte ein Händler, auch wenn BASF inzwischen damit rechnet, dass der operative Gewinn vor Sondereffekten das obere Ende der Zielspanne erreichen wird. Der vor allem wegen der Monsanto-Übernahme im Blick stehende Bayer-Konzern hatte hingegen seine Jahresziele angehoben, nachdem er im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen überzeugen konnte.

Um 3,84 Prozent legten zudem die Aktien der Deutschen Börse zu. Sie hatten zuletzt vor allem wegen ihrer erneut gescheiterten Fusion mit der Londoner Börse im Blick gestanden. Ein besserer Start ins Jahr 2017 als erwartet und ein parallel angekündigter Aktienrückkauf waren nun der Auslöser für die Kursgewinne.

GEWINNMITNAHMEN BEI FIELMANN NACH REKORDHOCH

Die Optikerkette Fielmann gab neben ihren Quartalszahlen auch Expansionspläne bekannt. Nachdem die Aktien allerdings tags zuvor auf ein Rekordhoch bei 77,33 Euro geklettert waren, litten sie nun unter Gewinnmitnahmen. Mit minus 6,23 Prozent hielten sie im MDax zuletzt die rote Laterne.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 141,67 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,04 Prozent auf 161,40 Punkte vor. Der Euro fiel zuletzt auf 1,0885 US-Dollar. Die EZB hatte setzte den Referenzkurs tags zuvor auf 1,0893 (Dienstag: 1,0891) Dollar festgesetzt./ck/ag

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)