Aktien Frankfurt: Dax und MDax nach weiteren Bestmarken kaum verändert

Dax und MDax haben nach einem fulminanten Wochenstart am Dienstag weitere Rekorde aufgestellt. Der Dax, der sich am Montag mit einem Paukenschlag aus seiner Lethargie befreit hatte und in neue Höhen vorgestossen war, stieg am Morgen bis auf 12 481 Punkte. Zwar bröckelten die Gewinne bis zur Mittagszeit wieder ab, der Leitindex hielt sich aber mit minus 0,02 Prozent auf 12452,69 Punkte stabil. Tags zuvor war er bereits um 3,4 Prozent hochgesprungen.
25.04.2017 11:55

Der MDax rückte zuletzt um 0,06 Prozent auf 24 607,92 Punkte vor. Seine Bestmarke hatte der Index der mittelgrossen Werte zuvor bei 24 634 Punkten erreicht. Der Technologie-Index TecDax gewann 0,64 Prozent auf 2077,06 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,24 Prozent zu.

Nach dem Etappensieg von Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich rechnen die Anleger nun mit einem auch künftig europa- und wirtschaftsfreundlichen Kurs im zweitwichtigsten Industrieland Europas. Das sorgt für Entspannung und Risikobereitschaft und damit für Aktienkäufe. Noch könne in der Politik viel schief gehen, sagte Volkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Doch mit Macron in der Pole Position im Rennen um das französische Präsidentenamt seien die Risiken für die Eurozone geringer geworden.

NEUES REKORDHOCH FÜR SAP NACH ZAHLEN

Die Blicke richten sich zudem nun wieder auf die Berichtssaison, die zunehmend an Fahrt gewinnt. Die Aktien von SAP kletterten nach durchwachsenen Quartalszahlen auf ein neues Rekordhoch bei 94,22 Euro. Zuletzt legten sie noch um 0,72 Prozent auf 93,66 Euro zu. Das operative Ergebnis sei zwar etwas hinter seiner und der Markterwartung zurückgeblieben, die Zahlen unterm Strich aber positiv, kommentierte Commerzbank-Analyst Thomas Becker. Die Wachstumsdynamik im Kerngeschäft und mit Blick auf Mietsoftware über das Internet (Cloud) sei intakt.

Favorit im Dax waren hingegen die Anteilsscheine der Merck KGaA mit plus 2,92 Prozent. Sie profitierten vom geplanten Verkauf der Sparte Biosimilars an den Medizinkonzern Fresenius. Dieser will in das Geschäft mit Nachahmermitteln von biopharmazeutisch hergestellten Arzneien (Biosimilars) einsteigen. Zudem übernimmt Fresenius durch seine Flüssigmedizin-Tochter Kabi den US-Generikahersteller Akorn. Die Fresenius-Aktien zeigten sich nach diesen Ankündigungen zuletzt fast unverändert.

CONTINENTAL INVESTIERT STÄRKER IN E-ANTRIEBSENTWICKLUNG

Verluste von 3,00 Prozent mussten Continental-Anleger hinnehmen, denn der Autozulieferer will in den kommenden Jahren mehr Geld in die Entwicklung seiner Elektroantriebe stecken. Bis 2021 wird das wohl rund 300 Millionen Euro mehr an Aufwendungen erfordern, weshalb die Ziele für die Antriebssparte bis 2019 leicht gesenkt wurden.

Mit Geschäftszahlen wartete im MDax auch die Bayer-Tochter Covestro auf. Nach einem Gewinnsprung sieht der Kunststoffhersteller das Gesamtjahr mit mehr Zuversicht. Die Papiere hingegen litten nach ihrem starken Lauf seit Mitte Februar vergangenen Jahres unter Gewinnmitnahmen und gaben 1,38 Prozent ab. Seither hatten sie um rund 200 Prozent zugelegt.

AIXTRON KANN ANLEGER ENDLICH WIEDER ÜBERZEUGEN

Der angeschlagene Spezialmaschinenbauer Aixtron meldete dank einer guten Nachfrage seiner Kunden aus der Halbleiterbranche starke Zahlen, was den im März in den TecDax zurückgekehrten Papieren ein sattes Plus von knapp 11 Prozent bescherte.

Ausserhalb der Dax-Familie sprangen zudem die Anteilsscheine von Aurelius um rund 11 Prozent hoch. Die von einem Finanzspekulanten jüngst attackierte Beteiligungsgesellschaft kontert den Angriff mit dem Verkauf des Kompressorherstellers Secop. Zudem soll für das Geschäftsjahr 2016 jetzt eine Dividende von insgesamt 4 Euro gezahlt werden und damit doppelt so viel wie bisher geplant./ck/ag

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)