Aktien Frankfurt: Dax vor dem Feiertag schwach - Konjunktursorgen belasten

Konjunktursorgen haben den Dax im noch jungen Börsenmonat Oktober ausgebremst. Nach dem schwachen Vortag ging es für den deutschen Leitindex am Mittwoch gegen Mittag um weitere 1,24 Prozent bergab auf 12 112,17 Punkte. Auslöser der zurzeit schlechten Stimmung waren vor allem enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA, aber auch aus der Eurozone, die am Dienstag bereits belastet hatten.
02.10.2019 11:57

"Der Konjunkturoptimismus ist verflogen, der Druck wird grösser und die Gefahr speziell für zyklische Unternehmen nimmt drastisch zu", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank das Geschehen. Der stürmische und launische Börsenmonat Oktober werde seinem Ruf gerecht. Anleger müssten nun auch mit stärkeren Schwankungen rechnen, da es in den kommenden Handelstagen kaum Kaufimpulse geben werde und der Verkaufsdruck auf ein eher dünnes Handelsvolumen treffen könnte, sagte Lipkow mit Blick auf den Feiertag am Donnerstag und den anschliessenden Brückentag.

Der MDax , der die mittelgrossen deutschen Werte umfasst, büsste am Mittwoch bislang 1,06 Prozent auf 25 386,63 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 1,31 Prozent.

Die zuletzt schwachen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und den USA lasteten zur Wochenmitte weiter auf konjunkturabhängigen Sektoren. Vor allem Chemiewerte gerieten unter Druck. Analyst Laurence Alexander vom US-Broker Jefferies sprach mit Blick auf das trübe konjunkturelle Umfeld von Margendruck und Risiken für die Absatzmengen in der Chemiebranche. Im Dax wurden Covestro zudem von einer Abstufung durch Mainfirst belastet. Am Index-Ende ging es um fast 4 Prozent abwärts. Im MDax waren Fuchs Petrolub das Schlusslicht mit einem Minus von mehr als 4 Prozent. Auch hier senkte Mainfirst den Daumen.

Aktien von Autoherstellern rückten nach US-Absatzzahlen in den Blick. Die Erfolgsserie von Volkswagen auf dem US-Markt ist vorerst beendet - die Wolfsburger erlitten dort einen Absatzeinbruch. Die Volkswagen-Vorzüge verbilligten sich um annähernd eineinhalb Prozent.

Der Finanzierungsdienstleister Grenke erhöhte die Prognose für das Neugeschäft im Kernsegment Leasing nach einem starken dritten Quartal. An der MDax-Spitze gewannen die Aktien 6 Prozent dazu.

Im Aufwind befanden sich zudem die Papiere der Medizintechnikkonzerne Drägerwerk und Carl Zeiss Meditec . Bei Drägerwerk lag das an einem Aktienrückkauf, die Aktien stiegen unter den Top-Werten im Nebenwerteindex SDax um mehr als 6 Prozent. Bei Carl Zeiss waren starke Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr der Grund für den Kurszuwachs von zuletzt viereinhalb Prozent. Die Anteile waren am Vormittag mit 111,50 Euro auf ein Rekordhoch geklettert./ajx/jha/

(AWP)