Aktien Frankfurt: Dax weiter ohne Schwung - Rekordhoch bleibt in Sichtweite

Auch am Mittwoch haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt mit neuen Käufen zurückgehalten. Als Hemmschuh gilt die derzeit unsichere weltpolitische Lage. So scheuen viele Investoren neue Engagements vor dem für Donnerstag und Freitag anberaumten Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Bei den Gesprächen wird es unter anderem um Nordkoreas Atomprogramm und den freien Handel gehen.
05.04.2017 12:00

Der deutsche Leitindex Dax sank am späten Vormittag um 0,28 Prozent auf 12 248,23 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte sich das Börsenbarometer noch bis auf 15 Punkte seiner knapp zwei Jahre alten Bestmarke von 12 390 Zählern genähert, bevor die Anleger der Mut verliess.

Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar halten es aber für ein Signal der Stärke, dass die Anleger nahe des Dax-Hochs vorläufig nur geringfügig Gewinne realisieren. "Dennoch bleibt das kurzfristige Kurspotenzial für den Deutschen Aktienindex zunächst sehr überschaubar, da er bereits zu lange zu schnell gestiegen ist und dadurch statistisch gesehen heiss gelaufen ist."

BERNECKER: 'PATTSITUATION' AN DEN MÄRKTEN

Börsenbriefautor Hans Bernecker sprach in seinem Morgenkommentar von einer "Pattsituation" an den Märkten: Die Nachrichten aus der grossen Politik auf der einen Seite und der Unternehmenswelt auf der anderen Seite schafften eine komplizierte Ausgangslage dafür, wie es weitergehen könne. So hatten steigende Unternehmensgewinne die Investoren zuletzt zum Aktienkauf ermutigt.

Diese Ambivalenz zeigte sich besonders im MDax : Der Index der mittelgrossen Konzerne schaffte es kurz nach Handelseröffnung erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 24 000 Punkten, bröckelte aber wieder ab und notierte zuletzt kaum verändert bei 23 967,51 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,14 Prozent auf 2043,05 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann hingegen 0,08 Prozent auf 3484,38 Punkte.

COMMERZBANK SPITZENREITER IM DAX

Nach einem viertägigen Kursrückgang erholten sich die Aktien der Commerzbank dank einer positiven Studie des Investmenthauses Kepler Cheuvreux. Mit einem Gewinn von 2,5 Prozent standen sie an der Dax-Spitze. Kepler-Analyst Tobias Lukesch sprach in einer Studie zu deutschen Banken eine Kaufempfehlung aus. Den Anlegern biete sich in der Branche nun ein sehr attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Dabei ist die Commerzbank-Aktie sein Favorit. Im Sog der Commerzbank legten die Anteilsscheine der Deutschen Bank um 1 Prozent zu.

Ansonsten passierten die auffälligsten Kursbewegungen im TecDax: Die Biotech-Firma Evotec vermeldete einen ersten Erfolg bei der Diabetes-Forschungsallianz mit dem Pharmakonzern Sanofi . Die Aktie stieg um mehr als 3 Prozent und gehört mit einem Plus von mehr als 31 Prozent seit Jahresbeginn zu den besten Werten im Technologieindex.

Noch besser lief es für die Titel von Medigene , die sich um knapp 4 Prozent verteuerten. Das auf personalisierte Immuntherapien fokussierte Biotech-Unternehmen meldete am Morgen, dass auf der Jahrestagung der US-Krebsforscher erste Daten ihres neuen Wirkstoffansatzes präsentiert wurden.

DRÄGERWERK FALLEN ZURÜCK

Die Aktie von Drägerwerk fiel dagegen mit einem Verlust von 5,5 Prozent ans TecDax-Ende. In den Wochen zuvor war das Papier auf das höchste Niveau seit Sommer 2015 gestiegen. HSBC-Analyst Jan Keppeler hält diese Rally für nicht gerechtfertigt. Zunehmender Wettbewerbsdruck im Medizinbereich könnte das ohnehin angeschlagene Wachstumsprofil weiter belasten, schrieb er in einer Studie.

Am Nachmittag rückt dann der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer in den Fokus: Das US-Übernahmeziel Monsanto legt seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor. Der Zukauf in einem Gesamtvolumen von 66 Milliarden US-Dollar würde den Dax-Konzern mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen. Die Behörden rund um den Globus müssen aber noch zustimmen. Am Morgen präsentierte sich die Bayer-Aktie praktisch unverändert./edh/das

(AWP)