Aktien Frankfurt: Dax wieder über 11800 Punkte - MDax erklimmt Rekordhoch

Die Hoffnung auf fiskalische und wirtschaftliche Impulse der neuen US-Regierung hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt in Kauflaune versetzt. Allerdings ist die tonangebende Wall Street feiertagsbedingt geschlossen. Insofern dürfte es am Montagnachmittag Händlern zufolge keine grösseren Sprünge mehr geben. Positive Nachrichten gab es zum Thema Griechenland-Schuldenkrise.
20.02.2017 14:52

Der Dax gewann zuletzt 0,54 Prozent auf 11'820,26 Punkte. Der MDax, der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, stieg nach Handelsstart auf ein Rekordhoch bei 23'456 Punkten und notierte zuletzt 0,48 Prozent höher bei 23'411,18 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte zunächst bis auf 1'899 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit fast 16 Jahren. Zuletzt wurde er 0,47 Prozent fester bei 1'897,08 Punkten gehandelt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich kaum verändert.

Laut dem Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, dürfte Griechenland trotz der angespannten Finanzlage deutlich weniger Geld aus dem dritten Hilfsprogramm der internationalen Geldgeber benötigen als geplant. Laut "Bild"-Zeitung könnte es um einen zweistelligen Milliardenbetrag gehen. An diesem Montag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen. Ein Abschluss der überfälligen Programmüberprüfung wird aber noch nicht erwartet. Am Mittwoch wird dann IWF-Chefin Christine Lagarde in Berlin zu einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Die Bundesregierung setzt unverändert darauf, dass der IWF bei der Griechenland-Rettung an Bord bleibt.

T-AKTIE SEHR FEST AN DAX-SPITZE - KONSUMGÜTER SCHWACH

Wieder aufflammende Übernahmespekulationen um die Mobilfunktochter T-Mobile US (TMUS) haben die Aktien der Deutschen Telekom beflügelt. Als Spitzenreiter im Dax gewannen sie 3,15 Prozent und lagen damit auf dem höchsten Stand seit Ende Januar. Bereits am Freitag waren die TMUS-Papiere im US-Handel auf ein Rekordhoch gestiegen und hatten letztlich um rund 5,5 Prozent zugelegt. Auslöser dafür waren Medienberichte, wonach der japanische Softbank-Konzern erneut versuche, seine US-Mobilfunktochter Sprint mit TMUS zu fusionieren. Den Berichten zufolge wäre Softbank bereit, sich von dem Mehrheitsanteil an Sprint zu trennen, um den Deal zu realisieren.

Ganz unten im Dax waren hingegen die Anteilsscheine von Beiersdorf und Henkel mit minus 2 beziehungsweise minus 1 Prozent zu finden. Grund dafür war die am Sonntag geplatzte Mega-Übernahme von Unilever durch den US-Lebensmittelriesen Kraft Heinz. Am Freitag hatte das Kaufgebot über 143 Milliarden US-Dollar den europäischen Konsumgüterindex um mehr als zweieinhalb Prozent nach oben getrieben.

COVESTRO SACKEN AB NACH ZAHLEN

Die Papiere von Covestro reagierten mit Gewinnmitnahmen auf grundsätzlich positiv bewertete Geschäftszahlen. Zuletzt verbilligten sich die Aktien der Bayer-Kunststofftochter am MDax-Ende um 4,62 Prozent, nachdem sie vorigen Freitag ein Rekordhoch erreicht hatten. Zwar seien die Zahlen für 2016 sowie die vorgeschlagene Dividende besser als gedacht, allerdings rücke nun wieder ein möglicher Anteilsverkauf durch Bayer stärker in den Blick, sagte ein Händler. Die Leverkusener brauchen Geld für die geplante milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto.

Die Absage von Fusionsplänen in Afrika hat die Aktien des Möbel- und Handelskonzerns Steinhoff um knapp 5 Prozent nach oben befördert. Steinhoff will sein Afrika-Geschäft nun doch nicht mit der afrikanischen Supermarktkette Shoprite zusammenlegen. Die beteiligten Parteien hätten sich nicht auf einen Preis einigen können, hiess es. Mit dem geplanten Zusammenschluss hätte der 75 Jahre alte südafrikanische Milliardär Christoffel Wiese seine Beteiligungen neu geordnet. Er ist bei beiden Unternehmen Grossaktionär.

BERTRANDT RINGT MIT 200-TAGE-LINIE

Die Aktien von Bertrandt kämpften mit der 200-Tage-Linie. Sie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend und verläuft aktuell bei 96,23 Euro. Nach einem Sprung bis auf 97,50 Euro notierten die Bertrandt-Papiere zuletzt 1,88 Prozent im Plus bei 94,68 Euro. Der Ingenieurdienstleister für die Autobranche habe im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 die Gewinnerwartungen etwas verfehlt, schrieb Analyst Michael Punzet von der DZ Bank in einer Studie. Allerdings habe es zwei Arbeitstage weniger gegeben als im Vorjahreszeitraum. Zudem habe das Unternehmen den Ausblick bestätigt.

Die Aktien des SDax-Neulings Bet-at-home setzten ihre Rekordjagd mit einem Plus von 2,18 Prozent auf 105,45 Euro fort. In der Spitze waren sie bis auf eine Bestmarke von 107,80 Euro geklettert. Die seit dem 3. Februar im Kleinwerteindex notierten Papiere legten seitdem um fast 20 Prozent zu. Seit dem Zwischentief vor rund einem Jahr summiert sich das Plus auf rund 150 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 164,54 Zähler. Der Kurs des Euro notierte kaum verändert bei 1,0611 US-Dollar. Am Freitag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0650 Dollar festgesetzt./edh/fbr

(AWP)