Aktien Frankfurt: Dax zieht vor EZB-Pressekonferenz weiter an

Am Tag neuer geldpolitischer Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Dax seine zur Wochenmitte erzielten Gewinne deutlich ausgebaut. Der deutsche Leitindex zog bis zum Donnerstagmittag um 0,99 Prozent auf 12 335,46 Punkte an. Bereits am Mittwoch war das Börsenbarometer aus dem Abwärtstrend seit Ende Juni ausgebrochen.
07.09.2017 12:06

Auch der MDax der mittelgrossen Werte präsentierte sich mit plus 0,47 Prozent auf 24 809,77 Punkte freundlich. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,96 Prozent auf 2336,28 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Februar 2001 erreicht hatte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es etwas weniger deutlich nach oben.

ANLEIHEKAUFPROGRAMM UND EURO IM BLICK

Im Fokus steht am Nachmittag dann die Europäische Zentralbank. Dabei dreht sich alles um den im kommenden Jahr möglichen Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur. Nach Auffassung der Devisenexperten der Commerzbank wird die EZB wohl auf Basis der neuen Prognosen und des soliden Wirtschaftsausblick signalisieren, dass sie bereit ist, die Käufe zu reduzieren.

Mit Spannung wird zudem erwartet, ob sich EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz zum starken Euro äussern werden. Dieser kann die Exporte in Länder ausserhalb der Eurozone verteuern. Die Erwartungen diesbezüglich seien hoch, der tatsächliche Neuigkeitswert aber dürfte sich in sehr engen Grenzen halten, schrieb Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank. Eine Leitzinsanhebung liegt derweil nach einhelliger Einschätzung von Ökonomen noch in weiter Ferne.

VERSORGER ZIEHEN AN

Hierzulande griffen die Anleger vor allem bei den Aktien von Versorgern zu. Obwohl der spanische Konzern Iberdrola ein von der Zeitung "Expansion" kolportiertes Interesse an dem Branchenkollegen Innogy verneint hatte, lagen die Papiere der Ökostromtochter von RWE zuletzt noch knapp 2 Prozent im Plus.

Auch die Papiere von RWE waren gleichwohl gefragt und zogen als bester Dax-Wert um 3,69 Prozent an. Sie profitierten zudem von einer positiven Branchenstudie der Deutschen Bank. Laut Analyst James Brand sollten Eon , RWE und Innogy von steigenden Strompreisen, nachhaltigen Liquiditätszuflüssen, Refinanzierungen und einer Umstrukturierung des Sektors profitieren.

Die Aktien von Eon verteuerten sich denn auch um 2,76 Prozent. Im Schlepptau dessen stiegen die Papiere des von Eon abgespaltenen Versorgers Uniper an der MDax-Spitze um gut 2 Prozent. Sie waren zudem zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch geschnellt.

KURSSPRUNG BEI AIXTRON

Klarer Favorit im TecDax waren die Anteilsscheine von Aixtron mit einem Kursprung von rund 9 Prozent. Die Geschäftsaussichten des auf die Halbleiterindustrie spezialisierten Anlagenbauers seien weitaus besser als der Markt erwarte, schrieb Analyst Uwe Schupp von der Deutschen Bank./la/zb

(AWP)