Aktien Frankfurt: In einer Flut von Zahlen steigt der Dax auf Rekordhoch

Begleitet von einer regelrechten Zahlenflut hat der Dax am Dienstag eine neue Bestmarke erklommen. Unterstützung kam von erneut stark ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland. Der Leitindex gewann am Nachmittag 0,66 Prozent auf 12 778,64 Punkte, nachdem er zur Mittagszeit bis auf 12 783 Punkte geklettert war.
09.05.2017 14:59

"Für den Dax hat sich die Situation auf geopolitischer Ebene wesentlich verbessert", kommentierte Händler Andreas Lipkow. Alle bisherigen politischen Hürden seien beseitigt oder mit Bravour überwunden worden. "Nun muss sich zeigen, ob auch die Wirtschaftsleistung aus der Realwirtschaft die aktuelle Bewertung unterstützt, zumal schon sehr viel Optimismus im Markt ist." Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar sehen inzwischen eine Überhitzung und warnen vor einer bevorstehenden Korrektur.

Der Ausgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich war zum Wochenauftakt als Wahl "pro Europa" gewertet worden und hatte dem Dax bereits nach dem Ergebnis der ersten Stichwahl Auftrieb gegeben. Um insgesamt fast 6 Prozent war er seit dem Zwischensieg von Emmanuel Macron über die Rechtspopulistin Marine Le Pen gestiegen.

STARKE AUSSENHANDELSDATEN

Der MDax stieg bis zum Nachmittag um 0,41 Prozent auf 25 204,16 Zähler. Der TecDax gewann 0,54 Prozent auf 2146,14 Punkte. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50 ging es um 0,50 Prozent hoch.

Sehr stark waren die am Morgen veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus Deutschland ausgefallen. Im Aussenhandel wurden im März neue Rekorddaten bekannt gegeben. Zudem fuhr die Industrie im selben Monat zwar ihre Produktion zurück, aber weniger deutlich als erwartet. Einziger Wermutstropfen: Der kräftige Zuwachs im Februar wurde nachträglich nach unten korrigiert.

In den Handelsräumen drehte sich das Interesse aber vor allem um die zahlreichen Quartalsberichte. Alleine aus dem Dax öffneten die Commerzbank , Eon und die Munich Re ihre Bücher. Seine endgültigen Zahlen legte zudem der Autozulieferer Continental vor.

COMMERZBANK-AKTIE BAUT GEWINNE AUS

Mit plus 3,15 Prozent waren die Aktien der Commerzbank einer der Spitzenwerte im Leitindex und bauten damit ihre starken Gewinne der vergangenen sechs Monate noch etwas aus. Mit einem Kursplus von über 50 Prozent sind die Papiere der Favorit unter den 30 Dax-Werten. Gelobt wurde von Händlern mit Blick auf die vorgelegte Quartalsbilanz nun vor allem die wichtige Kernkapitalquote, die Ende März auf 12,5 Prozent gestiegen war.

Der Energiekonzern Eon verdiente hingegen im ersten Quartal deutlich weniger als im Vorjahr, bekräftigte aber die Jahresziele. Dessen Papiere stiegen daraufhin um 3,57 Prozent und waren laut Händlern auch wegen ihres Nachholbedarfs gefragt. In den vergangenen 12 Monaten war die Eon-Aktie neben ProSiebenSat.1 der einzige Verlierer im Dax gewesen.

MUNICH RE MIT WENIGER GEWINN ALS ERWARTET

Dax-Schlusslicht waren die Anteilsscheine der Munich Re mit minus 1,58 Prozent. Die Belastungen durch den Zyklon "Debbie" und andere Katastrophen hatte der weltgrösste Rückversicherer zu Jahresbeginn mit Börsengeschäften aufgefangen und die Gewinnziele für 2017 bekräftigt. Analysten monierten allerdings den enttäuschenden Überschuss sowie die Entwicklung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung. Die endgültigen Zahlen des Autozulieferers Conti sowie die angehobenen Jahresziele für den Umsatz vermochten nicht zu begeistern. Die Papiere büssten 0,58 Prozent ein.

Aus der zweiten Reihe stach der Chemiekonzern Evonik mit seinem Geschäftsbericht positiv hervor und legte im MDax um 2,35 Prozent zu. Im TecDax hatten Dialog Semiconductor hingegen zunächst klar nachgegeben, konnten sich dann aber wieder etwas erholen. Zuletzt notierte die Aktie nur noch leicht im Minus.

EUROKURS SINKT WIEDER

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Montag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 141,09 Punkte. Der Bund Future sank um 0,05 Prozent auf 160,39 Punkte. Der Euro fiel am Nachmittag auf 1,0884 US-Dollar. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0938 (Freitag: 1,0961) Dollar festgesetzt./ck/fbr

(AWP)