Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax bleibt im Klammergriff des starken Euro

Der Dax ist am Montag schwach in die neue Woche gestartet. Er litt unter dem weiter starken Euro, der Exporte der hiesigen Unternehmen in Länder ausserhalb der Eurozone erschweren kann. In der ersten Handelsstunde verlor der deutsche Leitindex 0,47 Prozent auf 12'110,83 Punkte.
28.08.2017 10:17

Im Fokus der Anleger standen Studiendaten zu Bayers Verkaufsschlager Xarelto sowie die Auswirkungen des Wirbelsturms "Harvey" in Südtexas auf die Versicherungsbranche.

Für die deutschen Nebenwerte-Indizes ging es am Montag ebenfalls bergab: Der MDax mit den Aktien mittelgrosser Unternehmen sank um 0,35 Prozent auf 24'675,55 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,38 Prozent auf 2'257,91 Zähler zurück. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,30 Prozent auf 3'428,40 Punkte.

EURO AUF HOCH SEIT ZWEIEINHALB JAHREN

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, habe auf der internationalen Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole kaum Hinweise auf den kurzfristigen Kurs seiner Geldpolitik gegeben, sagte Ökonom Cathal Kennedy vom Analysehaus RBC Capital. Draghi habe auch nicht versucht, mit Blick auf die jüngste Eurostärke gegenzusteuern. Auch die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, hatte sich in Jackson Hole nicht zur Geldpolitik geäussert.

Daraufhin war der Euro über 1,19 US-Dollar geklettert und hatte den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht - auf diesem Niveau konnte er sich auch am Montagmorgen behaupten. Nun richten sich die Blicke der Anleger laut Kennedy auf die nächste EZB-Sitzung am 7. September.

VERSICHERER MIT 'HARVEY' IM FOKUS - XARELTO-STUDIE HILFT BAYER NICHT

Am deutschen Aktienmarkt zeigten sich die Versicherer nur mässig beeindruckt von Wirbelsturm "Harvey": Die Kurse der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück gaben um 0,74 beziehungsweise 1,20 Prozent nach. Besser hielten sich Allianz-Papiere, die lediglich 0,22 Prozent verloren. Das "Wall Street Journal" wusste die Anleger zu beruhigen: Die Versicherer stünden insgesamt finanziell so gut da, dass sie der Wirbelsturm nicht allzu schwer treffen werde, hiess es.

Die Titel des Chemie und Pharmakonzerns Bayer profitierten nur kurzzeitig von einem weiteren Studienerfolg mit seinem wichtigsten Mittel Xarelto - zuletzt stand im schwachen Marktumfeld ein Minus von 0,55 Prozent zu Buche. In einer grossangelegten klinischen Studie konnte das Risiko von Schlaganfällen und Infarkten bei chronisch herz- und gefässkranken Patienten deutlich gesenkt werden, wie Bayer mitteilte. Analysten trauen dem Blutgerinnungshemmer in diesem Bereich weitere Milliardenumsätze zu.

gl/das

(AWP)