Aktien Frankfurt: FBI-Erklärung zu Clinton-Mails treibt den Dax hoch

FRANKFURT (awp international) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich nach den jüngsten Entwicklungen im US-Präsidentschaftswahlkampf Erleichterung breit gemacht. Der Dax gewann am Montag bis zur Mittagszeit 1,50 Prozent auf 10 412,76 Punkte und erholte sich damit etwas von seinen rund vierprozentigen Verlusten aus der vergangenen Woche. Die vor dem Börsenstart veröffentlichten schwachen Daten aus der deutschen Industrie hinterliessen bislang keine Spuren.
07.11.2016 12:13

Der MDax rückte um 1,06 Prozent auf 20 645,77 Punkte vor, und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,16 Prozent auf 1710,99 Punkte. Auch europaweit starteten die Börsen sehr freundlich: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,50 Prozent auf 2998,80 Punkte.

FBI ENTLASTET CLINTON

In den USA ergaben die Prüfungen der neu entdeckten E-Mails von Hillary Clinton laut dem FBI keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Das werde von den Investoren nun "als Rückenwind für einen Wahlsieg Clintons gewertet", kommentierte Investment-Analyst Clemens Bundschuh von der LBBW in Stuttgart.

Die neuerlichen Untersuchungen hatten Clinton zuletzt leichte Einbussen in den Umfragen beschert und den als unberechenbar geltenden republikanischen Kontrahenten Donald Trump besser dastehen lassen.

BEIERSDORF-AKTIE EINZIGER DAX-VERLIERER

Im risikofreudigen Umfeld waren die Anteilsscheine des als defensiv geltenden Kosmetik-Unternehmens Beiersdorf die einzigen Verlierer im Dax. Sie büssten 0,29 Prozent ein. Defensive Aktien werden in einem sehr freundlichen Börsenumfeld in der Regel links liegen gelassen, sind dagegen aber in unsicheren Zeiten besonders gefragt. Auf die Stimmung von Beiersdorf-Anlegern dürfte zudem drücken, dass die Privatbank Berenberg die Aktien trotz einer Kurszielanhebung für überbewertet hält.

Papiere von Volkswagen (VW) schafften im Handelsverlauf den Dreh ins Plus: Sie legten um minimale 0,08 Prozent zu. Wie die "Bild am Sonntag" schrieb, ist die Tochter Audi wohl stärker als bislang bekannt in den Abgasskandal verstrickt. So habe die kalifornische Umweltbehörde Carb im Sommer eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt, die Audi auch zur Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet haben soll.

MORPHOSYS UND XING NACH QUARTALSZAHLEN GEFRAGT

Im TecDax standen Morphosys und Xing mit ihren Quartalsbilanzen im Blick: Das Biotechnologie-Unternehmen gab weitgehend überraschungslose Neunmonatszahlen bekannt und bestätigte seine Gesamtjahresprognose, was den Morphosys-Aktien allerdings eine Plus von 2,46 Prozent bescherte. Um 3,69 Prozent legten die Xing-Titel zu, nachdem das Karriere-Netzwerk auch im dritten Quartal seinen Erfolgskurs beibehalten konnte.

Ansonsten bewegten vor allem Umstufungen: So büssten die Aktien von Zalando im MDax 2,76 Prozent ein und litten unter einer Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS. Diese sieht erhebliche Wettbewerbsrisiken für den Online-Modehändler durch Amazon. Evonik , gedrückt durch eine herbe Abstung des Analysehauses Kepler, büssten als MDax-Schlusslicht 2,79 Prozent ein. Die negative Preisspirale beim Kernprodukt Methionin dürfte sich laut Analyst Martin Rödiger fortsetzen, weshalb er die Aktien um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Reduce" abstufte.

Im SDax hielten die Papiere des Fotospezialisten Cewe mit minus 4,63 Prozent die rote Laterne. Die Deutsche Bank hält die Cewe-Aktie inzwischen für fair bewertet und strich sie daher aus ihrer Kaufliste./ck/ag

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)