Aktien Frankfurt: Fortgesetzte Erholung - Dax testet 21-Monats-Hoch

Beflügelt von einem schwächeren Eurokurs und positiven Stimmungsdaten der Unternehmen aus dem Euroraum hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstagmittag an seinen festeren Wochenauftakt angeknüpft. Für Unsicherheit sorgen aber die griechische Schuldenkrise, die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie die politische Lage in Frankreich vor den Präsidentschaftswahlen.
21.02.2017 12:21

Der Dax notierte zuletzt 0,51 Prozent höher bei 11 887,59 Punkten. Damit steht er nur knapp unter dem höchsten Stand seit Mai 2015. Mit dem gestrigen Schlusskurs oberhalb der Marke von 11.800 Punkten habe der DAX einen wichtigen Schritt gemacht, sagte Marktexperte Christian Henke vom Broker IG. "Das nächste Reiseziel gen Norden ist nun das Zwischenhoch bei 11 893 Zählern vom 26. Januar. Gelingt dann noch der Sprung darüber, könnte die 'runde' Zahl bei 12 000 Punkten angesteuert werden", so Henke.

GUTE UNTERNEHMENSSTIMMUNG IN EUROZONE

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, stieg am Dienstag um 0,37 Prozent auf 23 541,72 Punkte. Kurz zuvor hatte er mit 23 546 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte um 0,77 Prozent auf 1913,85 Punkte nach oben. Dabei erreichte er den höchsten Stand seit 16 Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich 0,35 Prozent höher.

In der Eurozone stieg der Einkaufsmanagerindex im Februar um 1,6 Punkte auf 56,0 Punkte, während Volkswirte eine Abschwächung auf 54,3 Punkte erwartet hatten. Indexwerte über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten werden als Hinweis für ein wirtschaftliches Wachstum gedeutet. Gestiegenen Druck auf die EZB, von ihrer lockeren Geldpolitik abzurücken, sehen Experten aufgrund der robusten Zahlen aus dem Euroraum allerdings nicht. Teilindikatoren zu den Preisen wiesen darauf hin, dass der Inflationsauftrieb nur langsam zunehme, kommentierte Stephen Brown, Experte beim Analysehaus Capital Economics.

ANALYSTENSTUDIEN BEWEGEN

Unter den Einzelwerten präsentierten sich die Aktien von Hugo Boss mit einem Plus von 2,7 Prozent in guter Form. Der Modekonzern habe die richtige Strategie ergriffen, sich auf seine Kernmarke im Premiumsegment zu fokussieren, schrieb Analyst Richard Chamberlain in seiner Studie. Er stufte die Papiere von "Underperform" auf "Sector Perform" hoch und hob das Kursziel von 55 auf 70 Euro an. Vergangene Woche hatte ein Medienbericht über den Einstieg eines aktivistischen Investors bei dem MDax-Unternehmen den Papieren neuen Schwung verliehen.

Die Anteilsscheine von Dialog Semiconductor sprangen als TecDax-Spitzenreiter um 3,8 Prozent hoch. Die US-Bank JPMorgan hatte die Dialog-Papiere gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" hochgesetzt und das Kursziel von 30 auf 52 Euro angehoben. Der Halbleiterhersteller dürfte einer der grossen Profiteure der für den Herbst erwarteten Markteinführung von Apples iPhone 8 werden, begründete Analyst Sandeep Deshpande seine positive Einschätzung. Gleichzeitig erhöhte er seine Umsatzprognose für 2018 um 9 Prozent und seine Gewinnschätzung (EPS) gar um 22 Prozent.

KOENIG & BAUER AUF REKORDHOCH NACH ECKDATEN FÜR 2016

Die Papiere von Koenig & Bauer stiegen nach der Bekanntgabe vorläufiger Jahreszahlen auf ein Rekordhoch von 53,69 Euro. Zuletzt gewannen sie als bester SDax-Wert 9,4 Prozent. Beim Druckmaschinenhersteller sind Umsatz und Vorsteuerergebnis 2016 gestiegen.

Die Aussicht auf einen Sonderertrag für den Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat dessen Aktien um 3,4 Prozent anziehen lassen. Das SDax-Unternehmen überlegt, eine firmeneigene Immobiliengesellschaft zu verkaufen und rechnet dabei mit einem einmaligen Ertrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)