Aktien Frankfurt: Gerüchte über etwas weniger lockere EZB-Geldpolitik belasten

FRANKFURT (awp international) - Dem Dax ist am Mittwoch nach Spekulationen über eine abebbende Billiggeldflut der EZB die Luft ausgegangen. Zudem hielten sich Anleger laut Börsianern vor dem zum Wochenschluss erwarteten US-Arbeitsmarktbericht zurück. Der deutsche Leitindex sank bis zum Mittag um 0,78 Prozent auf 10 536,40 Punkte.
05.10.2016 12:04

Damit ging die Hängepartie der vergangenen Wochen weiter, in denen das Börsenbarometer zwar teils deutlich schwankte, ihm aber kein nachhaltiger Ausbruch über wichtige Widerstände gelang. Die starke Kurserholung am vergangenen Freitag mit einem Richtungswechsel im Handelsverlauf sehen Charttechniker aber durchaus als ein Zeichen der Stärke.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax fiel zur Wochenmitte um 0,72 Prozent auf 21 544,36 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,72 Prozent auf 1806,28 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um mehr als ein halbes Prozent nach unten.

NOTENBANKPOLITIK BLEIBT IM FOKUS

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt laut einem Medienbericht bereits vor einem Ende ihres milliardenschweren Anleihekaufprogramms ihre Käufe schrittweise zu verringern. Die Devisen-Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank wies allerdings darauf hin, dass allgemein ohnehin nicht mit einem abrupten Ende gerechnet werde. Die Notenbanken fluten die Märkte seit Jahren mit Billiggeld, was mangels attraktiver Anlagealternativen als einer der Treiber der Aktienmärkte gilt.

Am frühen Nachmittag richten sich die Blicke dann noch auf den ADP-Beschäftigungsbericht in den USA, der einen Vorgeschmack auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag liefern könnte. Die Arbeitsmarktdaten spielen für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed eine wichtige Rolle.

COMMERZBANK NACH ABSTUFUNGEN UNTER DRUCK

Auf der Unternehmensseite blieben Banken das Gesprächsthema. Die Commerzbank-Aktien fielen um mehr als 1 Prozent. Analysten äusserten sich zwar durchaus positiv zu den Umbauplänen des Konzerns, verwiesen aber auch auf die lange Dauer, bis die Früchte geerntet werden könnten. So strich etwa die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung und stuft die Papiere nun mit "Hold" ein.

Die Anteilsscheine der Deutschen Bank knüpften indes an ihre jüngste Erholung an. Sie waren mit einem Plus von 0,64 Prozent unter den wenigen Gewinnern im Dax. Ein Händler verwies auf die weiter bestehende Hoffnung auf eine günstige Einigung mit der US-Justiz auf eine Strafzahlung wegen umstrittener Hypothekengeschäfte.

Im TecDax kletterten die Papiere des Halbleiter-Unternehmens Siltronic an der Index-Spitze um mehr als 5 Prozent nach oben. Sie setzten damit ihren Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort./mis/fbr

(AWP)