Aktien Frankfurt: Gewinne bei Dax und MDax bröckeln nach Rekorden ab

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Freitag nicht lange über neue Rekorde freuen können. Sowohl beim Leitindex Dax als auch beim MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Konzerne vertreten sind, bröckelten die Gewinne im Handelsverlauf deutlich ab.
03.11.2017 15:15

Im frühen Handel war der Dax dank Rückenwinds aus den USA erstmals über 13 500 Punkte gestiegen. Am Nachmittag blieb mit 13 448,15 Punkten zuletzt nur ein Plus von 0,05 Prozent übrig. Der mit Spannung erwartete, monatliche Arbeitsmarktbericht aus den USA gab keine Impulse. Gleiches galt an der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial - ungeachtet positiv aufgenommener Apple-Zahlen - nach dem Rekord zum Start schnell ins Minus rutschte.

Für den Dax steht derweil immer noch ein Wochenplus von 1,74 Prozent zu Buche. Auf Jahressicht hat er bereits um gut 17 Prozent zugelegt, und etliche Experten setzen auf weitere Gewinne. Falls es so kommt, winkt dem wichtigsten deutschen Aktienindex das beste Jahr seit 2013, als er um rund ein Viertel gestiegen war.

Ähnlich wie dem Dax erging es am Freitag dem MDax, der nach seinem historischen Sprung über 27 000 Punkte einen Kursanstieg von 0,41 Prozent auf 26 940,92 Punkte behauptete. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,71 Prozent auf 2577,92 Zähler, womit er sich weiter auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2001 behauptete. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank derweil um 0,21 Prozent auf 3680,94 Punkte.

Am Donnerstag nach der Schlussglocke an der Wall Street hatte der iPhone-Hersteller Apple überraschend starke Resultate für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal übertraf die Erwartungen. Davon profitierte in Deutschland der Halbleiterhersteller und Zulieferer Dialog Semiconductor , dessen Titel mit plus 3,09 Prozent zu den Favoriten der Anleger im TecDax zählten.

Derweil sah die hiesige Unternehmensagenda vor dem Wochenende übersichtlich aus: Mit Evonik , Gea und Dic Asset legten lediglich Konzerne aus der zweiten und dritten Börsenreihe Zahlen vor.

Der Spezialchemiekonzern Evonik ist nach dem Gewinnsprung im dritten Quartal nun mit Blick auf das Jahr etwas optimistischer. Sowohl die Quartalsresultate als auch das angehobene Ziel für den operativen Jahresgewinn (Ebitda) fielen besser als am Markt erwartet aus, lobte ein Händler. Die Aktien zollten indes ihrem zwischenzeitlichen Anstieg auf den höchsten Stand seit Ende 2015 Tribut: Sie verloren 0,88 Prozent.

Für die Gea-Aktien ging es an der MDax-Spitze um 2,55 Prozent hoch, obwohl der Maschinenbauer nach dem schwachen dritten Quartal nur noch mit einem operativen Jahresergebnis am unteren Ende seiner Zielspanne rechnet. Die Resultate und der Ausblick enttäuschen zwar, erklärte UBS-Analyst Sven Weier. Doch hofften viele Investoren wohl auf grössere positive Veränderungen durch die neuen Grossaktionäre.

Beim Immobiliendienstleister Dic Asset konnten sich die Aktionäre über einen Kurssprung von 5,35 Prozent auf 10,725 Euro freuen, womit die Aktien den ersten Platz im Kleinwerte-Index SDax belegten und so hoch notierten wie seit Frühjahr 2011 nicht mehr. Das Unternehmen steigerte im dritten Quartal die wichtige operative Branchenkennziffer Funds From Operations (FFO) um 30 Prozent und kündigte eine Sonderdividende an.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1641 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1612 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 141,66 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,25Prozent auf 162,88 Punkte./gl/oca

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)