Aktien Frankfurt: Gewinnmitnahmen zum Wochenausklang

Nach dem jüngsten Höhenflug des deutschen Aktienmarktes haben die Anleger am Freitag Kasse gemacht. Der Dax weitete seine anfänglich minimalen Verluste bis zum späten Vormittag aus. Zuletzt notierte er 0,87 Prozent tiefer bei 11 843,63 Punkten. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein Wochengewinn von nur noch rund 0,7 Prozent an. Am Mittwoch hatte der Dax erstmals seit fast zwei Jahren die wichtige Marke von 12 000 Zählern überwunden, sich aber nicht darüber festsetzen können.
24.02.2017 12:01

Der MDax sank am Freitag um 0,78 Prozent auf 23 410,12 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,92 Prozent auf 1894,77 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es 0,77 Prozent auf 3308,32 Punkte nach unten.

Diese Konsolidierung komme angesichts der deutlichen Kursgewinne der vergangenen Wochen keineswegs überraschend und passe perfekt ins Bild, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. "Mittel- bis langfristig zeigt der deutsche Leitindex eine stabile Aufwärtsbewegung."

BASF-ZAHLEN ENTTÄUSCHEN

Die BASF-Aktien reagierten auf die Bekanntgabe aktueller Geschäftszahlen mit einem Verlust von 3,2 Prozent und waren damit klares Schlusslicht im Dax. Operativ habe der Chemiekonzern im Schlussquartal etwas besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Analyst Jeremy Redenius von Bernstein Research. Allerdings habe der Free Cashflow ebenso enttäuscht wie der Unternehmensausblick auf 2017. Auch Analyst Michael Schäfer von der Commerzbank monierte die Geschäftsziele der Ludwigshafener für das laufende Jahr und fürchtet nun sinkende Marktprognosen.

Die Brenntag-Aktien fielen nach einer Analystenstudie um 1,8 Prozent. Die Privatbank Berenberg sieht die Wachstumschancen des Chemikalienhändlers nicht mehr ganz so rosig wie zuvor. Da sich zudem die Aktie seit Mitte November um rund ein Viertel verteuert hatte, stufte er das Papier von "Buy" auf "Hold" ab.

NORDEX-KURSVERFALL SETZT SICH FORT

Nach einem Kurseinbruch um fast 16 Prozent am Vortag sackten die Nordex-Aktien am Freitag um weitere 12,6 Prozent auf 14,50 Euro ab. Der Windkraftanlagenbauer hatte seine Umsatzprognosen zurechtgestutzt. Ein Börsianer sprach von einem enormen Vertrauensverlust. Die britische Investmentbank Barclays stufte die Titel von "Overweight" auf "Underweight" ab und strich das Kursziel von 24 auf 11 Euro zusammen. Die Commerzbank senkte ihr Votum von "Buy" auf "Hold" und das Kursziel von 30 auf 18 Euro. Der Umstand, dass Nordex seine Ziele für 2018 erst vor fünf Monaten angehoben habe, beschädige die Glaubwürdigkeit des Managements in irreparabler Weise, schrieb Analyst Sebastian Growe. Auch zahlreiche andere Analysten reduzierten ihre Einstufungen und Kursziele.

Die Aktien von Rhön-Klinikum reagierten mit einem Minus von knapp 7 Prozent auf die Bekanntgabe vorläufiger Jahreszahlen. Der Erlös für 2016 und der Umsatz-Zielkorridor für 2017 hätten seinen Schätzungen entsprochen, sagte ein Händler am Morgen. Dagegen habe das letztjährige operative Ergebnis (Ebitda) des Klinikbetreibers seine Prognose deutlich verfehlt. Ein konkretes Gewinnziel für 2017 nannte Rhön nicht, geht aber davon aus, dass das Ebitda "deutlich niedriger ausfallen dürfte"./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)