Aktien Frankfurt: Handelsstreit bremst zum Wochenbeginn

Der Handelsstreit zwischen USA und China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Montag erneut die Kauflaune verdorben. Der schon am Morgen schwach gestartete Dax lag am Nachmittag mit 0,41 Prozent im Minus bei 12074,11 Punkten. In der vergangenen Woche hatte sich der Leitindex stabilisiert nach vorangegangenen herben Kursverlusten.
17.09.2018 14:47

US-Präsident Donald Trump will nun offenbar Ernst macht mit neuen Sonderzöllen. Trump wolle Importe aus China im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent belegen, berichtete die "Washington Post". Nachdem in der vergangenen Woche der US-Finanzminister noch Bereitschaft signalisiert hatte, sich mit Peking wieder an einen Tisch zu setzen, sei dies eine negative Überraschung, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax gab um 0,05 Prozent auf 26 324,87 Zähler leicht nach. Der Technologiewerte- Index TecDax verlor 0,15 Prozent auf 2906,37 Punkte. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 verbuchte zuletzt ein kleines Minus von 0,02 Prozent auf 3343,85 Zähler.

Den Henkel -Aktien machte eine gestrichene Kaufempfehlung des US-Analysehaus Bernstein zu schaffen - der Kurs gab um 2,7 Prozent nach und lag am Ende des Dax. Mittlerweile seien die Aussichten für die Geschäfte des Konsumgüterkonzerns weniger rosig, schrieb Analyst Andrew Wood.

Linde -Papiere fielen um 2,2 Prozent. Ein Händler verwies auf den Bericht des Mediendienstes MLex, wonach die Wettbewerbsbehörde FTC in den USA womöglich von den Fusionspartnern Linde und Praxair den Verkauf sämtlicher sich überlappender Aktivitäten in den Regionen fordern könnte, die von ihr überprüft werden.

Die Nachricht zum Umbau der Brief-und Paketsparte sorgte beim Aktienkurs der Deutschen Post nur für ein Strohfeuer. Sie sprangen in der Spitze um fast 2 Prozent nach oben, gaben die Gewinne anschliessend aber grossteils wieder ab.

Der Kurs von Infineon fiel um 1,3 Prozent. Er litt unter einer schlechteren Stimmung für die Branche. Allerdings tun sich Experten derzeit schwer, die Aussichten einzuschätzen. Papiere des Chipausrüsters Aixtron im TecDax fielen um 2,3 Prozent auf ein Jahrestief. Siltronic -Aktien gaben um 1,3 Prozent nach. Das Unternehmen produziert den Ausgangsstoff für Halbleiter.

Europaweit und im Dax erwischte es wegen des Zollstreits mit den Technologie- und Automobilwerten "die üblichen Verdächtigen" - bis zum Nachmittag berappelten sich deren Kurse wieder etwas. BMW -Papiere gaben mit rund einem halben Prozent Kursverlust am deutlichsten nach.

Im MDax fielen Osram -Anteilsscheine um 0,7 Prozent. Konzernchef Olaf Berlien hatte sich in einem Interview wegen der schwer vorhersagbaren Weltwirtschaft mit Blick auf die nächsten Monate vorsichtig geäussert.

In der weltweiten Kalibranche mehren sich die Hinweise auf steigende Preise. Das liess die Papiere des Düngemittelproduzenten K+S um knapp 5 Prozent zulegen. Sie hatten zuletzt stark unter wetterbedingten Produktionsausfällen gelitten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,26 Prozent am Vortag auf 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,10 Prozent auf 140,63 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,21 Prozent auf 158,91 Punkte nach. Der Euro stieg auf 1,1674 US-Dollar, nachdem er am Morgan noch mit 1,1618 gehandelt worden war. Am Freitagnachmittag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1689 Dollar festgesetzt./bek/nas

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

(AWP)