Aktien Frankfurt: 'Irma' und Nordkorea raus aus den Köpfen - Dax steigt weiter

Die steigende Risikobereitschaft der Anleger hat den Dax am Dienstag über 12 500 Punkte gehievt. Gegen Mittag stand das Barometer 0,53 Prozent höher auf 12 431,33 Punkten. Nach seinem bereits starken Wochenauftakt löse sich der deutsche Leitindex nun von der ängstlichen Phase der vergangenen Wochen, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Zum positiven Umfeld trage auch der vorerst unter 1,20 Dollar bleibende Euro bei.
12.09.2017 11:54

Der für gewöhnlich eher schwache September scheint sich derzeit also immer mehr zu einem starken Börsenmonat zu entwickeln. Die Erleichterung über den vergleichsweise glimpflich ausgegangenen Wirbelsturm "Irma" ist nach wie vor gross, was sich auch an den jüngsten Kursgewinnen in den USA und in Asien ablesen liess. Anleger hätten die Ängste über "Irma" und weitere Provokationen Nordkoreas regelrecht abgeschüttelt, kommentierte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Mit einer Deckelung von Öllieferungen an Nordkorea will die Weltgemeinschaft nun den Druck auf das abgeschottete Land im Atomkonflikt nochmal erhöhen.

Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es zuletzt um 0,40 Prozent auf 25 331,30 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,26 Prozent auf 2371,43 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,50 Prozent auf 3512,70 Punkte vor.

IAA IM FOKUS, LUFTHANSA WEITER IM HÖHENFLUG

An kursbewegenden Konjunkturdaten herrscht am Dienstag Mangel. Die Anleger achten stattdessen auf Aussagen der Autobauer im Rahmen der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Der Zulieferer und Reifenhersteller Continental etwa bestätigte seinen Ausblick auf 2017. Die Aktien verteuerten sich um ein halbes Prozent.

Die Anteile von Thyssenkrupp profitierten mit plus 1,3 Prozent davon, dass das Bankhaus Lampe sie auf die Empfehlungsliste "Alpha List" gesetzt hatte. Sie hatten zuletzt vier Tage in Folge zugelegt, angetrieben von der Aussicht auf eine baldige Zusammenlegung der europäischen Stahlaktivitäten mit denen von Tata Steel.

Zudem präsentierten sich Bankenwerte stark. An der Dax-Spitze gewannen die Papiere der Commerzbank rund zweieinhalb Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen auf Platz drei im Dax ebenfalls mehr als 2 Prozent. Zwischen die beiden Banken-Papiere schoben sich die Aktien der Lufthansa , die mit 23,14 Euro ihren höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren erreichten.

PFANDBRIEFBANK WEITER SEHR FEST

Eine Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC liess die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank als bester MDax-Wert um mehr als 2 Prozent steigen. In der Spitze hatten sie sogar um mehr als 4 Prozent zugelegt. Im TecDax verloren dagegen die Jenoptik-Aktien mehr als 2 Prozent. Die DZ Bank hatte ihre Kaufempfehlung gestrichen. Bei den zuletzt stark gestiegenen Titeln des Spezialanlagenbauers Aixtron setzten Gewinnmitnahmen ein. Sie verloren am TecDax-Ende gut dreieinhalb Prozent./ajx/oca

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)