Aktien Frankfurt: Japan und trübe Geschäftszahlen drücken Dax ins Minus

FRANKFURT (awp international) - Der Dax schwächelt nach dem starken Vormonat. Am Dienstag fielen die Kurse deutlich. Schuld daran seien die schwachen Vorgaben der Börsen in Übersee, schrieb Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg. Besonders am japanischen Aktienmarkt ging es klar bergab. Erschwerend hinzu kamen Geschäftszahlen von einem guten halben Dutzend deutscher Grosskonzerne, die den Anlegern überhaupt nicht schmeckten.
02.08.2016 11:47

Nach einem verhaltenen Handelsstart weitete der Dax seine Verluste aus. Am Mittag notierte er 1,38 Prozent tiefer bei 10 188,40 Punkten. Bereits am Montag hatten durchwachsene Konjunkturdaten und unter Druck stehende Ölpreise dem wichtigsten deutschen Aktienindex einen Dämpfer verpasst. Er schloss knapp im Minus.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor am Dienstag 1,45 Prozent auf 20 867,47 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,09 Prozent auf 1704,51 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büsste 1,54 Prozent auf 2921,58 Punkte ein.

COMMERZBANK UND INFINEON UNTER GRÖSSTEN VERLIERERN

Commerzbank-Aktien markierten bei 5,274 Euro ein Rekordtief und verloren zuletzt am Dax-Ende 7,74 Prozent auf 5,319 Euro. Das Finanzinstitut gab nach schwachen ersten sechs Monaten die Hoffnung auf eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses endgültig auf. Die Papiere der Deutschen Bank verloren im Schlepptau 3,85 Prozent. Auch europaweit waren die Bankaktien schwach.

Bei Infineon mussten die Anleger einen Kursrutsch von 4,19 Prozent verkraften, nachdem der Halbleiterkonzern seine Geschäftszahlen präsentiert hatte. Einige Anleger machten nach dem guten Lauf der Aktie seit Jahresbeginn wohl erst einmal Kasse, sagte ein Händler.

LUFTHANSA SEHR SCHWACH - BMW ZOLLT GUTEM LAUF TRIBUT

Für die Titel der Lufthansa ging es um 2,89 Prozent nach unten. Die Fluggesellschaft scheut angesichts von Terrorangst und Buchungseinbruch vor einem neuen konkreten Gewinnziel für 2016 zurück.

Die zuletzt sichtbar erholten Aktien von BMW verloren 1,93 Prozent. Dass der Autobauer dank des brummenden Autogeschäfts in Europa im zweiten Quartal die Erwartungen in wichtigen Punkten übertraf, half den Papieren nicht. Die Autobranche insgesamt präsentierte sich am Dienstag schwach.

Beim Immobilienkonzern Vonovia konnten sich die Anleger nicht lange über einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr und eine erneute Anhebung der Jahresziele freuen: Die Anteilsscheine sanken zuletzt um 0,70 Prozent. Ein Börsianer lobte die Zahlen und den neuen Ausblick, gab aber zu bedenken, dass die Aktie bereits mit einem Aufschlag zum Buchwert gehandelt werde.

FMC PROFITIERT VON ZAHLEN - GEWINNMITNAHMEN BEI FRESENIUS

Der Medizinkonzern Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) reagierten unterschiedlich auf die Bekanntgabe der jüngsten Geschäftsergebnisse: Während die Fresenius-Aktien 0,40 Prozent verloren, erreichten FMC bei 83,79 Euro ein Rekordhoch und gewannen an der Dax-Spitze zuletzt 1,88 Prozent auf 83,47 Euro.

Beide Unternehmen hätten etwas besser als erwartet abgeschnitten, lobte ein Händler. Die Anhebung der Gewinnziele für die Fresenius-Medizinsparte Kabi hätten die Anleger aber schon erwartet, so dass es nun zu Gewinnmitnahmen komme. Dagegen habe es bei FMC unterschwellige Ängste vor einer möglichen Prognosesenkung gegeben, welche sich nicht bewahrheiteten./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)