Aktien Frankfurt: Kurse erholen sich etwas von Brexit-Angst

FRANKFURT (awp international) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Tage zunächst einmal wieder zugegriffen. Der Dax stieg bis zum Mittag um 1,01 Prozent auf 9614,94 Punkte. Seit Mitte vergangener Woche hatten vor allem Ängste vor den Folgen eines möglichen Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union den deutschen Leitindex nach unten gezogen.
15.06.2016 11:53

Investoren, die zuvor auf Verluste gesetzt hätten, machten nun wohl erst einmal Kasse, sagte Markus Huber, Händler für den Broker City of London Markets. Zudem gingen wohl einige Anleger bereits auf Schnäppchenjagd.

GESPANNTES WARTEN AUF FED-AUSSAGEN ZUR GELDPOLITIK

Der Index der mittelgrossen Werte MDax erholte sich am Mittwoch um 0,90 Prozent auf 19 712,98 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,80 Prozent auf 1587,29 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um knapp eineinhalb Prozent vor.

Experte Huber warnte aber vor übertriebenem Optimismus angesichts der Kurserholung. Er verwies unter anderem auf die am Abend mitteleuropäischer Zeit anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. An den Finanzmärkten erwartet zwar fast niemand mehr eine Erhöhung des Leitzinses, Huber zufolge dürften aber die Aussagen der Notenbank Beachtung finden. Je nachdem ob es der Fed gelinge, die Märkte mit Blick auf die Folgen eines möglichen Brexit zu beruhigen, könnten die Börsen auch schnell wieder unter Druck geraten.

BANKENWERTE ERHOLEN SICH

Bankenaktien zählten zur Wochenmitte zu den Favoriten im Dax. Für die Anteilsscheine der Deutschen Bank ging es um 2,13 Prozent nach oben und die Papiere der Commerzbank verteuerten sich um 1,56 Prozent. Beide waren in den vergangenen Tagen - wie die gesamte Branche - deutlich unter Druck geraten.

Die Blicke der Anleger richteten sich zudem auf Kuka . Der offizielle Startschuss für die geplante Offerte des chinesischen Investors Midea für den Roboterbauer könnte laut der "Börsen-Zeitung" zufolge am diesem Donnerstag fallen. Laut dem "Wall Street Journal" könnte Midea allerdings Konkurrenz bekommen. Der Schweizer Industriekonzern ABB erwägt demnach eine Gegenofferte für Kuka. Die Anteilsscheine von Kuka gewannen 3,71 Prozent.

KAUFEMPFEHLUNGEN TREIBEN WACKER CHEMIE UND WIRECARD AN

Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg um 3,39 Prozent. Wirecard-Papiere stiegen um mehr als 1 Prozent. Bei den Aktien des Zahlungsabwicklers sehen die Analysten der US-Investmentbank Stifel Nicolaus eine gute Kaufgelegenheit.

Auch die Anteilsscheine des Arzneimittelherstellers Stada wurden von einem Analystenkommentar bewegt. Sie gaben um 1,70 Prozent nach. Das Investmenthaus Jefferies äusserte sich nach der jüngsten Kursrally verhalten./mis/das

(AWP)