Aktien Frankfurt: Maue Konjunkturdaten stoppen jüngsten Lauf des Dax

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach drei Gewinntagen in Folge Vorsicht walten lassen. Der Leitindex Dax stand am Dienstag zuletzt 0,06 Prozent tiefer bei 12 420,22 Punkten, nachdem er im frühen Handel noch bei gut 12 497 Punkten den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht hatte. Als Belastung erwiesen sich enttäuschende Konjunkturdaten: Die Industriestimmung in der Eurozone hatte sich im September spürbar verschlechtert.
01.10.2019 15:05

Laut Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets befindet sich der Dax nahe an einer entscheidenden Schwelle: "Über 12 500 Punkten geht es ans Eingemachte." Da müssten die Käufer zeigen, ob sie die Kraft haben, den Markt weiter nach oben zu treiben. Der schwache Euro könne Ausfuhren verbilligen und so den Aktien stark exportorientierter Unternehmen auf die Sprünge helfen.

Der MDax , der die mittelgrossen deutschen Werte umfasst, rückte um 0,16 Prozent auf 25 927,53 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand leicht im Minus.

Hierzulande und auch europaweit waren Aktien aus dem Auto- und Technologiesektor gefragt. Sie profitierten nicht nur von dem schwachen Euro, sondern auch von der Hoffnung auf eine Reduzierung der politischen Risiken. So zogen die Anteilsscheine des Chipherstellers Infineon um fast 1 Prozent an. Die Papiere des Reifenherstellers und Automobilzulieferers Continental gewannen an der Dax-Spitze knapp 2 Prozent.

Zudem blickten die Anleger auf die Deutsche Post , deren Aktien am Dax-Ende um mehr als 2 Prozent fielen. Die Anleger reagierten ernüchtert auf die neuen strategischen Ziele des Logistikkonzerns für die kommenden Jahre. Analysten bemängeln in erster Linie, dass die Gewinnprognosen hinter ihren Erwartungen zurückblieben.

Den ersten Platz im MDax hatten die Aktien des Wafer-Herstellers Siltronic mit einem Plus von rund 3 Prozent inne. Die Experten der US-Bank JPMorgan schrieben in einer Branchenstudie, jüngste Daten deuteten auf eine Erholung der Nachfrage hin.

Unter den schwächsten Werten im MDax verloren die Aktien von Osram mehr als 1 Prozent. Nach der jüngst erhöhten Offerte des österreichischen Chipkonzerns AMS für den Lichtkonzern geben sich die mitbietenden Finanzinvestoren Advent und Bain laut einem Pressebericht offenbar geschlagen. Das neu formierte Investorenduo verzichte demnach auf Gegenmassnahmen, berichtete die "Börsen-Zeitung" ohne genauere Quellen zu nennen. Voraussetzung für den Erfolg der Österreicher ist nun, dass AMS auf mindestens 62,5 Prozent der Osram-Anteile kommt. Diese Schwelle hatte sich AMS selbst gesetzt. Dass der Chipkonzern die Schwelle erreicht, ist jedoch nicht sicher. Im Osram-Management gibt es Bedenken, ob AMS die Übernahme finanziell und organisatorisch stemmen kann.

Im Nebenwerte-Index SDax gingen die Papiere des Batterieherstellers Varta wieder auf Rekordjagd und lagen zuletzt knapp 4 Prozent im Plus. In den vergangenen Wochen und Monaten war am Markt immer wieder spekuliert worden, der Batteriespezialist könne die Batterien für neue Airpods von Apple liefern, aber möglicherweise auch für die neuen Echo Buds von Amazon .

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,56 Prozent auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 145,71 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,42 Prozent auf 173,53 Zähler nach. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0894 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0889 (Freitag: 1,0935) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9184 (0,9145) Euro gekostet./la/zb

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)