Aktien Frankfurt: Moderate Verluste vor EZB-Zinsentscheid

Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Anleger am Donnerstag kein Risiko eingegangen. Der Dax pendelte in einer engen Handelsspanne von weniger als 50 Punkten. Um die Mittagszeit stand der Leitindex 0,27 Prozent tiefer bei 11 934,59 Punkten.
09.03.2017 12:04

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax gab um 0,05 Prozent auf 23 223,99 Punkte nach. Für den TecDax ging es nach seinem Kurszuwachs der vergangenen Tage deutlicher nach unten: Der Technologie-Index verlor 0,89 Prozent auf 1937,72 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,07 Prozent.

Die europäischen Währungshüter werden am frühen Nachmittag nach Einschätzung von Experten keine Abstriche an ihrer extrem lockeren Goldpolitik machen. Am Markt wird trotz des jüngsten Anstiegs der Inflation damit gerechnet, dass der Leitzins in der Eurozone unverändert bei null Prozent bleibt. Auch beim Kaufprogramm für Anleihen werden keine Änderungen erwartet. Laut Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets wird sich EZB-Präsident Mario Draghi angesichts der anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich wohl bedeckt halten.

BMW NACH GESCHÄFTSZAHLEN AM DAX-ENDE

Auf Unternehmensseite setzte sich am Donnerstag die Berichtssaison fort. Nach Bekanntgabe vorläufiger Zahlen von BMW übernahmen die Aktien des Autobauers mit einem Minus von zuletzt 2,7 Prozent die rote Laterne im Dax. Die Münchener blieben im vergangenen Jahr beim Umsatz sowie beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hinter den Erwartungen. Die vorgeschlagene Dividende von 3,50 Euro je Stammaktie lag hingegen etwas über der durchschnittlichen Marktschätzung.

Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck monierten Händler den vorsichtigen Ausblick. Die Papiere verloren als zweitschwächster Dax-Wert rund zweieinhalb Prozent. Dagegen kam der Ausblick des Industriegase- und Anlagenbauers Linde am Markt gut an. Zunächst im Plus, verloren die Aktien zuletzt dennoch knapp 0,4 Prozent.

Weit vorne im Dax erholten sich die Beiersdorf-Anteile mit plus 1 Prozent von ihrer Vortagesschwäche. Einige Analysten hatten zudem ihre Kursziele für den Konsumgüterkonzern angehoben. Die Adidas-Titel setzten ihre Rekordjagd fort und kletterten zeitweise bis auf 177,05 Euro. Inzwischen reichen die Kursziele der Analysten bis 210 Euro.

MORPHOSYS UNTER DRUCK

Nach der Bilanzvorlage sackten Morphosys im TecDax um mehr als dreieinhalb Prozent ab. Für Verunsicherung sorgte der Hinweis, dass die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis Ende November 2017 vertragsgemäss endet und Novartis die Option zur Vertragsverlängerung wohl nicht ziehen werde. Der Ausblick des Antikörperspezialisten für 2017 lege zudem höhere Forschungskosten und einen entsprechend grösseren Fehlbetrag nahe, hiess es von JPMorgan.

Sehr schwach präsentierten sich gegen Mittag auch die Titel des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor , die mit einem Abschlag von über 4 Prozent ans TecDax-Ende rutschten.

KURSGEWINNE BEI UNIPER, SPRINGER UND FIELMANN

Im MDax waren die Aktien von Axel Springer , Fielmann und Uniper vorne. Sie verbuchten Kursgewinne zwischen 2 und 3 Prozent. Beim Medienkonzern Springer betonten Händler die soliden Geschäftszahlen und die hohe Dividende.

Beim Kraftwerksbetreibers Uniper trieben die jüngsten Fortschritte im Tagesgeschäft an. Analyst John Musk von RBC Capital Markets lobte in einer ersten Einschätzung sowohl das operative Ergebnis für 2016 als auch die Ergebnisprognose und den Dividendenvorschlag. Bei der Optikerkette Fielmann verwiesen Händler auf einen positiven Analystenkommentar von Merrill Lynch./ajx/fbr

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)