Aktien Frankfurt: Nordkorea und Henkel-Zahlen belasten - Dax unter 12100 Punkten

Die Nordkorea-Krise und teils negativ gewertete Unternehmensbilanzen vor allem von Henkel haben den Dax am Donnerstag weiter belastet. Die Unsicherheit angesichts der politischen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA verderbe den Anlegern gerade jegliche Risikolust, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets.
10.08.2017 14:51

Der Leitindex rutschte bereits am Vormittag unter 12 100 Punkte und blieb auch am Nachmittag nach US-Konjunkturdaten mit 12 051,69 Punkten und einem Minus von 0,84 Prozent unter dieser Marke. Diese hatte ihm bislang als Unterstützung gedient. In den USA waren die Erzeugerpreise im Juli im Vergleich zum Vorjahr weniger stark gestiegen als erwartet.

Der MDax der mittelgrossen Werte sank um 0,74 Prozent auf 24 698,64 Punkte. Im Minus stand auch der Technologiewerte-Index TecDax , und zwar mit 0,35 Prozent bei 2250,20 Zählern. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,69 Prozent runter.

BERICHTSSAISON UNTER VOLLDAMPF

"Mehrere grosse Finanz-Adressen sprechen mittlerweile Verkaufsempfehlungen für Aktien aus, sehen dafür in Gold und Sachwerten über die nächsten Wochen Potenzial", ergänzte Stanzl. Einige Marktteilnehmer bereiteten sich offenbar auf eine grössere Korrektur vor.

Die Berichtssaison läuft hierzulande am vorletzten Handelstag der Woche nochmal auf Hochtouren - mit Zahlen der Dax-Konzerne Henkel und Thyssenkrupp sowie zahlreichen Quartalsberichten von Vertretern aus MDax und TecDax.

HENKEL SEHR SCHWACH, THYSSENKRUPP IM PLUS

Für die Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel ging es als Dax-Schlusslicht um rund viereinhalb Prozent bergab. Ein Analyst bemängelte das schwache Umsatzwachstum aus eigener Kraft. Die Jahresziele habe der Konzern zwar bestätigt, aber mit einem vorsichtigen Unterton. Insgesamt bereitet der harte Wettbewerb den Henkel-Anlegern Sorgen.

Die Titel des Stahl- und Industriekonzerns Thyssenkrupp rückten hingegen als einer der wenigen Gewinner im Dax an der Index-Spitze um mehr als 2 Prozent vor. Das Zahlenwerk sei besser als erwartet, sagte ein Händler. Der Markt warte nun aber auf eine Lösung für das europäische Stahlgeschäft.

Schwächster MDax-Wert mit einem Abschlag von fast 5 Prozent waren die Papiere des Versicherers Hannover Rück nach Quartalszahlen. Sehr schwach präsentierten sich auch die Anteile des Spezialchemie-Konzerns Lanxess und des Kupferherstellers Aurubis , die ebenfalls über ihre jüngste Geschäftsentwicklung berichtet hatten.

SLM SOLUTIONS BRECHEN EIN

Im TecDax brachen die Anteile von SLM Solutions um mehr als 11 Prozent ein. "Der 3D-Drucker-Hersteller hat im ersten Halbjahr erneut enttäuscht. Es wird nun ganz schwer, die Jahresziele noch zu erreichen", sagte ein Börsianer. Dagegen machte an der TecDax-Spitze der Börsenliebling Evotec seinen Aktionären mit starken Halbjahreszahlen weiter Freude: Das Kursplus der Biotech-Aktien belief sich auf rund 8 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,01 Prozent auf 141,30 Punkte vor. Der Bund Future legte um 0,13 Prozent auf 163,95 Punkte. Der Euro geriet unter Druck und kostete zuletzt 1,1731 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1731 (Dienstag: 1,1814) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8524 (0,8465) Euro./ajx/fbr

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)