Aktien Frankfurt: Rally dank schwachem Euro und Hoffnung auf Konjunkturbelebung

Konjunkturhoffnungen und der schwache Euro haben den Dax am Aschermittwoch angetrieben. Der deutsche Leitindex zog bis zum Mittag um 1,40 Prozent auf 11 999,57 Punkte an. Nachdem das Börsenbarometer seinen Rückschlag vom Freitag im Handelsverlauf wettgemacht hatte, nahm es nun wieder Kurs auf sein Rekordhoch von 12 390 Punkten aus dem April 2015.
01.03.2017 12:10

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax gewann 0,57 Prozent auf 23 498,32 Punkte. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,26 Prozent auf 1909,40 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand gut 1,5 Prozent im Plus.

FED-VERTRETER DEUTEN STRAFFERE GELDPOLITIK AN

Äusserungen von US-Notenbankern zur künftigen Zinspolitik sorgten europaweit für eine Rally an den Aktienmärkten. John Williams, Fed-Präsident in San Francisco und Vertrauter von Fed-Chefin Janet Yellen, etwa sagte, dass eine Leitzinserhöhung noch im März ernsthaft in Erwägung gezogen werden müsse. Händler am Terminmarkt setzten die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in diesem März mit 80 Prozent an. Daraufhin gerieten der Yen und auch der Euro gegenüber dem US-Dollar unter Druck, was Unternehmen aus Japan und aus der Eurozone den Export erleichtern kann.

Marktanalyst Frank Geilfuss vom Berliner Bankhaus Löbbecke sagte, nach der Korrektur am Freitag seien nun viele Anleger wieder auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Denn schliesslich habe die Weltwirtschaft inzwischen deutlicher an Fahrt aufgenommen als noch im vergangenen Jahr - ein Umstand, der sich letztlich auch in der Aussicht auf bald steigende Zinsen in den USA widerspiegelt.

Die viel beachtete Rede des neuen US-Präsidenten vor beiden Kongress-Kammern hingegen brachte Börsianern zufolge derweil kaum positive Impulse. Anders als zuvor verlautet, ging Donald Trump nicht auf nähere Details zu seinen Haushaltsplänen ein. Der Republikaner wiederholte lediglich das Versprechen einer historischen Steuerreform.

COVESTRO STARK UNTER DRUCK

Hierzulande sackten die Aktien von Covestro mit einem Minus von 7,40 Prozent auf 65,81 Euro ans MDax-Ende. Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer nutzte das gute Börsenumfeld für einen Teilverkauf der Beteiligung an seiner Kunststofftochter Covestro. 22 Millionen Aktien wurden für 66,50 Euro je Stück an institutionelle Investoren veräussert, womit sich der Bayer-Anteil auf 53,3 Prozent reduzierte.

Zweitschwächster MDax-Wert waren die Anteilsscheine von Zalando mit einem Minus von rund 2,5 Prozent. Mit seinen Margenzielen für das laufende Jahr bestätigte der Onlinehändler die jüngste Befürchtung von UBS-Analyst Adam Cochrane, dass die Markterwartungen an die Profitabilität viel zu optimistisch seien.

Spitzenreiter im Index waren die Anteilsscheine von Rheinmetall mit plus 4,27 Prozent. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Rüstungskonzerns und Autozulieferers für das vierte Quartal hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, schrieb Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank.

NORDEX UND DEUTSCHE BANK VORNE

An der TecDax-Spitze blieben die Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex auf Erholungskurs und stiegen dank erfreulicher Geschäftszahlen um knapp 6 Prozent.

Die Nase vorn im Dax hatten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank mit Gewinnen von jeweils mehr als 3 Prozent. Die Aussicht auf eine bald bevorstehende Leitzinserhöhung in den USA weckte laut Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel die Hoffnung, dass sich die Ertragssituation der Banken im wichtigen Zinsgeschäft hierzulande verbessern könnte./la/das

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)