Aktien Frankfurt Schluss: Anleger bleiben vorsichtig - Adidas mit Rekord

Vor zwei womöglich kurzfristig richtungweisenden Handelstagen sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch vorsichtig geblieben. Der Dax rang abermals mit der psychologisch wichtigen Marke von 12 000 Punkten. Letztendlich schloss der deutsche Leitindex mit einem hauchdünnen Plus von 0,01 Prozent bei 11 967,31 Punkten.
08.03.2017 18:11

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax fiel um 0,16 Prozent auf 23 234,84 Punkte, während es für den Technologiewerte-Index TecDax um 0,68 Prozent auf 1955,18 Punkte nach oben ging.

EZB UND FED IM FOKUS

An den kommenden beiden Tagen gehört das Rampenlicht dann dem Thema Notenbankpolitik. Die Europäische Zentralbank dürfte am Donnerstag zwar an ihrem ultralockeren Kurs festhalten, doch könnte EZB-Präsident Mario Draghi infolge der jüngsten Inflationsentwicklung unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck stehen. Die Pressekonferenzen der EZB hätten die Investoren schon in der Vergangenheit teils verwirrt, gab Europa-Chefvolkswirt David Owen vom Investmenthaus Jefferies zu bedenken.

Zum Wochenschluss steht dann der monatliche Arbeitsmarktbericht in den USA auf der Agenda, der für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed wichtig ist. Am Markt gilt zwar mittlerweile eine Zinserhöhung im März als ausgemachte Sache, doch gehen die Meinungen über das weitere Straffungstempo auseinander. Neben den Beschäftigungszahlen steht daher am Freitag vor allem die Lohnentwicklung im Fokus. Deutlich steigende Arbeitsentgelte könnten die Fed zusätzlich unter Druck setzen.

Vor diesem Hintergrund trauten sich die Anleger auch europaweit nur bedingt aus der Deckung. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,13 Prozent auf 3389,62 Zähler. Der CAC-40 in Paris legte moderat zu, während der Londoner FTSE 100 etwas nachgab.

ADIDAS IN TOP-FORM

Auf der Unternehmensseite war Adidas das Gesprächsthema des Tages. Der Sportartikelkonzern überzeugte die Anleger mit richtig gut laufenden Geschäften und einem optimistischeren Ausblick. Die Papiere stiegen auf ein Rekordhoch bei 175 Euro. Zum Handelsschluss lagen sie mit einem Plus von 9,42 Prozent knapp darunter. Die Aktien des Chip-Herstellers Infineon zählten nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux mit einem Plus von 0,77 Prozent zum erweiterten Favoritenkreis.

Im MDax eroberten die Anteilscheine der Deutschen Pfandbriefbank mit einem Plus von mehr als dreieinhalb Prozent den Spitzenplatz. Der Immobilienfinanzierer erfreute die Anleger mit einer dicken Dividende. Nicht weit dahinter folgten die Aktien des Werbevermarkters Ströer , die nach einer Empfehlung der NordLB um fast 3 Prozent zulegten.

Spitzenreiter im TecDax waren die Papiere von Sartorius mit einem Aufschlag von mehr als 6 Prozent. Hier lieferte ein positiver Analystenkommentar der Commerzbank Rückenwind.

AKTIE GELB VERLIERT

Die Papiere der Deutschen Post rutschten nach der Vorlage von Geschäftszahlen als einer der grössten Verlierer im Dax um 2,75 Prozent ab. Der Jahresbericht der Bonner sei zwar solide, aber letztlich wenig inspirierend, hiess es aus dem Handel. Nach dem starken Lauf der Aktien in den vergangenen Monaten machten die Anleger nun Kasse.

Beim Konsumgüterhersteller Beiersdorf monierten Börsianer den Geschäftsausblick. Die Aktien fielen um rund ein halbes Prozent. Schlusslicht im Dax waren die Eon -Papiere mit einen Minus von mehr als dreieinhalb Prozent.

EUROKURS WENIG VERÄNDERT

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,07 Prozent am Vortag auf 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,10 Prozent auf 142,44 Punkte. Der richtungweisende Bund Future (Juni-Kontrakt) verlor 0,42 Prozent auf 160,60 Punkte.

Der Euro wurde zuletzt bei 1,0548 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0556 (Dienstag: 1,0576) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9473 (0,9455) Euro gekostet./mis/he

(AWP)