Aktien Frankfurt Schluss: Dax bleibt trotz Miniplus angeschlagen

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Freitag nach den jüngsten Kursverlusten nur bedingt aus der Deckung gewagt. Eine überraschend gute Entwicklung des US-Arbeitsmarktes lieferte keine grösseren Impulse. Der Dax schloss bei 12 388,68 Punkten und damit 0,06 Prozent über seinem Vortagesschluss. Auf Wochensicht bedeutete das einen Anstieg um rund ein halbes Prozent nach minus 3,2 Prozent in der Woche davor.
07.07.2017 18:21

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann zum Wochenschluss 0,07 Prozent auf 24 573,28 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,29 Prozent auf 2220,04 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um minimale 0,05 Prozent auf 3463,84 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 rückte moderat vor, während der CAC-40-Index in Paris etwas nachgab.

GELDPOLITIK BLEIBT IM FOKUS

Sorgen um eine straffere Geldpolitik der Notenbanken, politische Spannungen rund um das Thema Nordkorea sowie Bedenken in puncto des Bewertungsniveau nach dem starken Lauf im ersten Halbjahr hatten die Börsen jüngst belastet. Bislang sprechen Experten nur von einem normalen Rückschlag, der nach besonders starken Phasen normal ist.

Grundsätzlich blieben die Anleger nach dem jüngsten Anstieg der Renditen am deutschen Anleihemarkt aber schon nervös, erklärte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Nachdem die Aktienrally der letzten Jahre auch dem Billiggeld der Notenbanken geschuldet ist, könnte der Markt steigende Zinsen nicht unbedingt gebrauchen.

PROSIEBENSAT.1 LEIDET ERNEUT UNTER ANALYSTENSTUDIE

Zunehmende Skepsis von Analysten lastete auch zum Wochenschluss auf den Aktien des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 , die ihre jüngsten Verluste ausweiteten. Sie büssten als Schlusslicht im Dax mehr mehr als 2 Prozent ein. Nach ähnlichen Kommentaren anderer Experten äusserte sich nun auch Analyst Charles Bedouelle von der französischen Bank Exane BNP Paribas vorsichtig mit Blick auf das TV-Werbegeschäft.

Gefragt waren hingegen europaweit Aktien von Versorgern. Für die Anteilsscheine des Energiekonzerns RWE ging es an der Dax-Spitze um 2,77 Prozent an oben. Dahinter folgten Eon mit einem Plus von etwas mehr als 2 Prozent. Im MDax gewannen Innogy-Papiere 2,71 Prozent. Energieunternehmen könnten laut der Investmentbank Goldman Sachs von fortgesetzten Restrukturierungen und weniger komplexen Strukturen profitieren.

STADA LEGEN ZU

Bei den Aktionären des Arzneimittelherstellers Stada sorgen Übernahmebestrebungen weiter für Aufmerksamkeit. Der aktivistische Hedgefonds Elliott des umtriebigen Investors Paul Singer schaltet sich Kreisen zufolge in das Gerangel um den Bad Vilbeler Konzern ein und habe bereits Stada-Anteile gekauft, hiess es. Demzufolge schwebe Elliott vor, seine Aktien einem interessierten Konsortium anzubieten, sollte ein neuer Übernahmeversuch gestartet werden. Die Stada-Papiere zogen um rund zweieinhalb Prozent an.

An der MDax-Spitze kamen die Papiere von Osram wieder in Schwung und stiegen um 3,67 Prozent. Der Beleuchtungskonzern sei eine Erfolgsstory, schrieb Analyst Michael Hagmann von der Bank HSBC.

DEUTZ KNICKEN NACH VOLVO-AUSSTIEG EIN

Die Papiere von Deutz brachen am Ende des Kleinwerteindex SDax um knapp 13 Prozent ein. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo und bisherige Grossaktionär stieg bei dem Motorenbauer aus. Von Deutz hiess es, Volvo habe versichert, dass Deutz weiterhin ein wichtiger Lieferant bleibe.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,33 Prozent am Vortag auf 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 140,19 Punkte. Der Bund Future sank um 0,10 Prozent auf 160,46 Punkte.

Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1396 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1412 (Donnerstag: 1,1385) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8763 (0,8784) Euro gekostet./mis/she

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

(AWP)