Aktien Frankfurt Schluss: Dax kann Kursgewinne nicht halten

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Montag seine anfänglichen Kursgewinne nicht gehalten. Mit einem Minus von 0,11 Prozent auf 10 672,22 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Handel, nachdem er am Morgen bis auf 10 740 Zähler gestiegen war und damit sein Jahreshoch von Mitte August ins Visier genommen hatte. Anlegern hätte dann der Mut gefehlt, noch einzusteigen, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Am Nachmittag fehlten zudem die Impulse von der Wall Street, weil die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen sind.
05.09.2016 18:20

Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es hingegen um 0,18 Prozent auf 21 772,29 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax ging mit plus 0,04 Prozent auf 1754,55 Zähler nur wenig verändert über die Ziellinie.

Am späten Abend gibt hierzulande noch die Deutsche Börse die Index-Änderungen für den Dax, MDax, TecDax und SDax bekannt. Im Dax und MDax werden keine Änderungen erwartet. Im TecDax könnte Süss Microtec nach einem kurzen Gastspiel schon wieder rausfliegen. Etwaige Änderungen gelten ab Montag, 19. September.

VONOVIA UND ADLER REAL ESTATE IM FOKUS

Ein geplanter milliardenschwerer Zukauf von Vonovia drückte die Aktien von Deutschlands grösstem Immobilienkonzern mit einem Abschlag von 2,20 Prozent ans Dax-Ende. Gleichzeitig bescherte die Übernahme den Papieren des Wohnungskonzerns Adler Real Estate im SDax einen Kurszuwachs von 4,19 Prozent.

Vonovia will den österreichischen Konkurrenten Conwert Immobilien Invest übernehmen. Adler Real Estate wiederum hält eine Beteiligung an Conwert und folgt dem Umtauschangebot von Vonovia in deren Aktien. Daraus resultiert laut Angaben von Adler ein Buchgewinn von 34 Millionen Euro. Insgesamt beurteilen die Marktteilnehmer die Übernahme positiv.

STAHL-AKTIEN GEFRAGT

Stahlwerte zählten zu den Favoriten am deutschen Markt. So gewannen Thyssenkrupp weit vorne im Dax 1,22 Prozent. Salzgitter legten im MDax um 1,88 Prozent zu, Klöckner & Co im SDax um 1,70 Prozent. China hatte sich im Kreis der G20-Staaten der Forderung des Westens angeschlossen, gegen Überkapazitäten im Stahlsektor und andere Industriezweigen vorzugehen.

An der MDax-Spitze sprangen ausserdem die Papiere des Kupferkonzerns Aurubis nach einer Empfehlung der Investmentbank Exane BNP Paribas um 2,27 Prozent hoch.

VERKAUFSVOTUM BELASTET BOSS

Nach einer Verkaufsempfehlung der UBS rutschten hingegen die Titel des Modeherstellers Hugo Boss um 2,15 Prozent ab. Analyst Fred Speirs ist skeptisch, dass der Konzern derzeit profitabel wachsen kann und sieht daher deutliche Rückschlagrisiken für die Markterwartungen und die Bewertung.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,07 Prozent auf 3077,66 Punkte nach. Der Pariser Cac 40 schloss quasi unverändert. Für den Londoner FTSE 100 ging es leicht nach unten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,19 Prozent am Freitag auf minus 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 144,10 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,01 Prozent auf 167,20 Punkte vor. Der Euro gab leicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1156 (Freitag: 1,1193) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8964 (0,8934) Euro gekostet./ajx/he

(AWP)