Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt deutlich zu - Januar aber tiefrot

FRANKFURT (awp international) - Eine Überraschung aus Fernost hat am Freitag die Laune am deutschen Aktienmarkt deutlich gehoben: Die von der japanischen Notenbank beschlossene Einführung von Negativzinsen zur Ankurbelung der Wirtschaft gab dem Dax kräftig Auftrieb bis knapp 9800 Punkte. Am Nachmittag profitierte der deutsche Aktienmarkt von der sich weiter erholenden Wall Street.
29.01.2016 18:20

Der deutsche Leitindex beendete den letzten Handelstag des Monats mit einem Plus von 1,64 Prozent auf 9798,11 Punkte. "Die Börsen sind zurück im Takt der Geldpolitik", sagte Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets.

Die Monatsbilanz fällt für den Dax indes mit einem Minus von rund 9 Prozent ausgesprochen düster aus. Es ist für den Index der drittgrösste Januar-Verlust seit seinem Bestehen. Nur in den Jahren der Finanzkrise 2008 und 2009 war der Verlust noch grösser.

Für den MDax ging es am Freitag um 2,42 Prozent auf 19 478,04 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann sogar 2,77 Prozent auf 1688,63 Punkte.

IMMOBILIENWERTE GEFRAGT

Unter den Einzelwerten rückten mit Nachrichten vor allem die Immobilienaktien in den Fokus: Um 4,38 Prozent legten die Anteile des grössten deutschen Wohnimmobilienkonzerns Vonovia an der Dax-Spitze zu. Die Papiere der kleineren Konkurrentin Deutsche Wohnen stiegen im MDax um 2,08 Prozent. Im Abwehrkampf gegen eine feindliche Übernahme durch Vonovia fährt die Deutsche Wohnen weitere Geschütze auf: Sie behält sich das Recht vor, ihre zwei Wandelschuldverschreibungen im Falle eines Kontrollwechsels in bar anstelle von Aktien auszuzahlen.

Dax-Schlusslicht waren die Thyssenkrupp-Papiere mit einem Minus von 3,23 Prozent. Während der Hauptversammlung setzte Vorstandschef Heinrich Hiesinger ein dickes Fragezeichen hinter die ohnehin schon vorsichtige Prognose für das laufende Geschäftsjahr des Stahl- und Industriekonzerns. Bereits am Vortag hatte ein Interview im "Handelsblatt" mit vergleichbaren Aussagen des Konzernchefs die Stimmung belastet.

RHEINMETALL PROFITIERT VON AUFTRAG

Im MDax gewannen die Rheinmetall-Aktien als bester Wert 5,64 Prozent. Der Konzern erhielt aus Mexiko einen Grossauftrag für seine Rüstungssparte.

Die Anteile am Stahlkonzern Salzgitter brachen hingegen nach starkem Vortagesplus und einer gestrichenen Kaufempfehlung von Warburg Research um mehr als 10 Prozent ein.

Die Aktien des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex stiegen im TecDax um 8,07 Prozent. Händlern zufolge sorgte ein Zeitungsbericht für Fantasie. Demnach erwägt Siemens den Kauf des spanischen Wettbewerbers Gamesa.

Am TecDax-Ende rutschten die Papiere von SMA Solar nach der Bekanntgabe enttäuschende Jahresziele um 7,22 Prozent ab.

EUROPAWEIT GEWINNE

Der EuroStoxx 50 legte am Freitag um 2,20 Prozent auf 3045,09 Punkte zu. Sehr stark präsentierten sich auch der CAC-40-Index in Paris und der FTSE-100-Index in London. Der Dow Jones in New York stand zum europäischen Handelsschluss deutlich im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,26 Prozent am Vortag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 141,46 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,63 Prozent auf 163,49 Punkte. Der Kurs des Euro sank zuletzt auf 1,0833 US-Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0920 (Donnerstag: 1,0903) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9158 (0,9172) Euro./ajx/das

(AWP)