Aktien Frankfurt Schluss: Dax leidet unter Skepsis gegenüber Trump

Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag negativ auf die jüngsten Massnahmen des neuen US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Nach einem guten Lauf in der vergangenen Woche schloss der Leitindex Dax 1,12 Prozent tiefer bei 11 681,89 Punkten. Es war der prozentual grösste Tagesverlust in dem noch jungen Jahr.
30.01.2017 18:12

Der Index mittelgrosser Unternehmen, der MDax , büsste 1,25 Prozent auf 22 595,42 Punkte ein. Der deutsche Technologie-Index TecDax verlor 0,65 Prozent auf 1845,58 Punkte.

TRUMPS DEKRETE STOSSEN AUF PROTEST

In der Woche zuvor hatte zunächst die Hoffnung auf eine noch stärkere Belebung der US-Wirtschaft unter Trump die Börsen jenseits wie diesseits des Atlantiks weiter nach oben getrieben. Nun stiessen Trumps Dekrete - etwa die geplante Mauer an Mexikos Grenze oder das dreimonatige Einreiseverbot für Muslime aus Ländern wie Syrien, Iran oder Irak - auf Protest. "Diplomatische Eiszeiten manifestieren sich, und die Aussicht auf eine längerfristige protektionistische US-Wirtschaftspolitik ist alles andere als positiv für den Aktienmarkt", kommentierte Marktbeobachter Jens Klatt.

Die Aktien der Allianz gaben überdurchschnittlich um 1,70 Prozent nach. Der Versicherer ist laut dem "Handelsblatt" am australischen Branchenkollegen QBE interessiert. Die Münchener befänden sich in informellen Gesprächen, hiess es in der Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX teilte die Allianz dann mit, sie beteilige sich nicht an Marktgerüchten, während es bei QBE hiess, es gebe "keine konkreten Fusionsgespräche".

STEINHOFF AM MDAX-ENDE

Für die Aktien von Steinhoff ging es am MDax-Ende um rund 4 Prozent nach unten. Börsianer verwiesen als Belastung auf eine Mitteilung des US-Matratzenherstellers Tempur Sealy, wonach dieser mit dem Möbelhändler kein neues Lieferabkommen abgeschlossen habe.

Die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius sanken im TecDax nach der Vorlage der vorläufigen Jahresbilanz um 3 Prozent. Die Eckzahlen für 2016 hätten in etwa den Erwartungen entsprochen, allerdings sei der Ausblick etwas schwächer als erhofft, sagte ein Händler.

ANALYSTENKOMMENTARE BEWEGEN

Ansonsten waren es vor allem Analystenkommentare, die bewegten: So waren Software AG mit plus 5,47 Prozent der Top-Wert im TecDax. Nach der am Donnerstag vorgelegten Jahresbilanz werden die Papiere nun sowohl von der UBS als auch von HSBC sehr positiv eingeschätzt.

Schlechte Stimmung herrschte auch europaweit. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss mit minus 1,23 Prozent auf 3262,72 Punkte. Auch die Börsen in Paris und London standen unter Druck. An der Wall Street verlor der Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa knapp 1 Prozent.

EUROKURS ERHOLT SICH ETWAS

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Freitag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 141,28 Punkte. Der richtungweisende Bund-Future legte um 0,12 Prozent auf 162,05 Punkte zu. Der Kurs des Euro erholte sich etwas und notierte zuletzt bei 1,0690 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0630 (Freitag: 1,0681) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9407 (0,9362) Euro./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)