Aktien Frankfurt Schluss: Dax leidet unter starkem Euro

Der Dax ist am Montag einmal mehr vom starken Euro beeinträchtigt worden. Ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch kam zum Erliegen, als die Gemeinschaftswährung am Nachmittag erstmals seit Januar 2015 wieder die Marke von 1,18 US-Dollar in Angriff nahm. Am Ende fiel der deutsche Leitindex um 0,37 Prozent auf 12 118,25 Punkte. Er unterbot dabei nochmals knapp seinen tiefsten Stand seit April. Im Börsenmonat Juli hat er fast 1,7 Prozent an Wert verloren.
31.07.2017 18:19

Auch der Mittelgrosse-Werte-Index MDax war mit ins Minus abgetaucht. Er büsste am Ende 0,54 Prozent auf 24 554,83 Zähler ein. Die Technologiewerte hingegen konnten ein hauchdünnes Plus verteidigen: ihr Index TecDax schloss 0,03 Prozent höher bei 2258,92 Punkten.

Experten zufolge ist der langfristige Aufwärtstrend beim Dax in Gefahr, während der Euro weiterhin von den politischen Turbulenzen in den USA profitiert. Ein schlechtes Omen für den Dax sieht Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets nun auch im anstehenden Monatswechsel: "Die Monate August und September sind normalerweise die schwächsten des Jahres", gab der Experte zu bedenken.

RIB SOFTWARE UND EVOTEC ZIEHEN AN

Bei der Berichtssaison, die sich dieser Tage in der Hochphase befindet, war am Montag zumindest bei den Standardwerten kurzzeitig etwas Ruhe eingekehrt. Für Gesprächsstoff sorgten so vor allem einige Unternehmen aus dem TecDax: Der Bausoftwarehersteller RIB Software etwa hatte im zweiten Quartal überraschend viel Geld verdient. Seine Aktien zogen um etwa 5 Prozent an.

Stark gefragt waren auch die Papiere von Evotec mit einem Gewinn von etwa 4 Prozent. Mit der Übernahme des US-Konkurrenten Aptuit will das Biotech-Unternehmen sein Angebot deutlich ausbauen. Der Kauf könnte sich als sinnvoll erweisen, sagte ein Händler. Positiv sei zudem, dass Aptuit profitabel arbeite.

BASF AN DER DAX-SPITZE

Favorit im TecDax waren jedoch die Aktien des Halbleiter-Unternehmens Siltronic , die ihre Rekordjagd mit einem Anstieg um 5,65 Prozent wieder aufnahmen. Das starke Branchenumfeld mit gut laufenden Geschäften treibt die Papiere schon eine Weile an. Nun gab es zudem einen positiven Analystenkommentar der schweizerischen Bank Credit Suisse.

Im Dax setzten die Anteilsscheine von BASF ihre am Freitag begonnene Kurserholung mit einem Plus von etwas mehr als 1 Prozent fort. Analyst Sebastian Bray von der Privatbank Berenberg hält die Papiere des Chemiekonzerns nach dem jüngsten Kursrutsch für ausreichend bewertet und strich daher seine bisherige Verkaufsempfehlung.

Titel der Deutschen Bank waren hingegen mit Abgaben von gut 2 Prozent das abgeschlagene Schlusslicht, ohne dass es hier nochmals konkrete Neuigkeiten gab. Seit der Vorlage von Quartalszahlen, die am vergangenen Donnerstag auf der Ertragsseite enttäuscht hatten, befinden sie sich nun schon den dritten Handelstag in Folge auf Talfahrt.

EURO ZULETZT SOGAR ÜBER 1,18 DOLLAR

Mit dem Euro kamen am Montag auch weitere europäische Indizes unter Druck: Der EuroStoxx 50 büsste 0,53 auf 3449,36 Punkte ein und der französische CAC-40 verlor sogar 0,73 Prozent. Der britische FTSE 100 dagegen behauptete sich knapp über Wasser. In New York erreichte der freundliche Dow Jones Industrial erneut einen Rekordstand.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Freitag auf 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 140,78 Punkte. Der Bund Future stand kaum verändert bei 162,01 Punkten. Der Kurs des Euro stand zuletzt sogar über der Marke von 1,18 und erreichte den höchsten Stand seit Januar 2015. Den Referenzkurs hatte die EZB zuvor noch auf 1,1727 (Freitag: 1,1729) US-Dollar festgesetzt./tih/he

(AWP)