Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit höchstem Tagesgewinn seit zwei Monaten

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zum Wochenauftakt in Kauflaune gezeigt. Die Abschwächung des Hurrikans "Irma" sowie die Entspannung der Situation um Nordkorea hätten die Aktionäre in Scharen angelockt, hiess es. Zudem habe die Rhetorik von EZB-Präsident Mario Draghi vom vergangenem Donnerstag nachgeklungen, die für eine eher expansive Geldpolitik spreche "und im erweiterten Sinne Aktien noch längere Zeit als alternativloses Investment erscheinen lässt", sagte Börsenexperte Jens Klatt für JFD Brokers.
11.09.2017 18:15

Der Dax kletterte am Nachmittag bis auf 12 481 Punkte und erklomm damit den höchsten Stand seit sieben Wochen. Letztlich gewann der deutsche Leitindex 1,39 Prozent auf 12 475,24 Punkte und damit mehr als in der gesamten Vorwoche. Dies war zugleich der stärkste Tagesgewinn seit zwei Monaten.

BÖRSE LONDON GEWINN UNTERDURCHSCHNITTLICH

Der MDax , in dem die Aktien der mittelgrossen Werte vertreten sind, schloss mit einem Plus von 1,31 Prozent bei 25 230,26 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte um 1,46 Prozent auf 2365,20 Zähler.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,38 Prozent auf 3495,19 Punkte zu. Der CAC 40 in Paris rückte um 1,24 Prozent auf 5176,71 Punkte vor. In London stieg der Leitindex FTSE hingegen um unterdurchschnittliche 0,49 Prozent auf 7413,59 Punkte. Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt gut 1 Prozent fester.

RÜCKVERSICHERER HOFFEN AUF PREISWENDE NACH "IRMA"

Aus Branchensicht stand europaweit der Versicherungssektor mit einem Gewinn von mehr als 2 Prozent ganz oben in der Anlegergunst. Dies war vor allem den Rückversicherer-Aktien zu verdanken, die von einem Branchentreffen in Monte Carlo profitierten. Dort zeichnete sich ab, dass die Branche nicht zuletzt wegen der erwarteten Schäden durch "Irma" auf ein Ende des seit Jahren tobenden Preiskampfes hofft. Im Dax verteidigten die Papiere des Rückversicherers Munich Re ihren Spitzenplatz mit einem Kursaufschlag von mehr als 4 Prozent. Die Papiere der Hannover Rück verteuerten sich gar um 5,38 Prozent.

Sorgen um die Profitabilität bei Daimler setzten hingegen den Aktien des Autokonzerns zu. Zwischenzeitlich sackten sie um mehr als 2 Prozent ab, erholten sich aber im späten Handel merklich und endeten als Schlusslicht im Dax mit einem Minus von 0,28 Prozent. Die Marge im Kerngeschäft könnte von höheren Investitionen für autonomes Fahren und Elektroautos belastet werden, warnte Spartenfinanzchef Frank Lindenberg auf einer Investorenveranstaltung. Statt der bislang avisierten Umsatzrendite von 10 Prozent bei Mercedes-Pkw könne sich die operative Gewinnmarge in einer Übergangsphase in einem Korridor von 8 bis 10 Prozent bewegen.

AIXTRON BLEIBT ANLEGERS LIEBLING

Im TecDax schossen Anteile am Spezialanlagenbauer Aixtron nach einer frischen Kaufempfehlung der Investmentbank Oddo BHF um 11,65 Prozent in die Höhe und landeten damit erstmals seit November 2014 wieder über der Marke von 10 Euro. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert mehr als verdreifacht und bleibt damit der unbestrittene Liebling der Anleger im Technologie-Auswahlindex.

Aktien des Technologie-Unternehmens S&T verteuerten sich um knapp 8 Prozent und erreichten den höchsten Stand seit fast 14 Jahren. Die im TecDax vertretenen Papiere haben sich damit seit Februar mehr als verdoppelt. Auf einer Werbetour des Unternehmens durch europäische Städte und in den USA hätten Anleger positiv auf die Aussagen des Vorstands reagiert, sagte ein Börsenexperte. "Das dritte Quartal von S&T dürfte noch stärker ausfallen als das gute zweite Quartal", glaubt er.

AIR BERLIN PROFITIEREN VON ÜBERNAHMEPLÄNEN WÖHRLS

Fernab der grossen Indizes gewannen die arg gebeutelten Aktien der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin 9,29 Prozent. Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will bis zu 500 Millionen Euro für das Unternehmen bieten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Freitag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,03 Prozent auf 142,03 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,21 Prozent auf 162,72 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1964 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1997 (Freitag: 1,2060) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8335 Euro gekostet./edh/stb

(AWP)