Aktien Frankfurt Schluss: Dax-Rally legt eine Pause ein

Dem deutschen Leitindex Dax ist am Donnerstag nach vier Rekordtagen in Folge die Puste ausgegangen. Das Börsenbarometer gab am Donnerstag um 0,18 Prozent auf 13 440,93 Punkte nach. Für Marktbeobachter Jens Klatt aber sprechen derzeit mehrere Argumente wie etwa der aktuell recht schwache Eurokurs dafür, dass die Börsenampel bis Weihnachten auf grün stehen bleibt.
02.11.2017 18:11

Um mehr als 500 Punkte oder 4 Prozent war der Dax seit vergangenem Donnerstag gestiegen. Nun legten die Anleger eine Pause ein, zumal mit der Nominierung des neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed am Donnerstagabend und dem US-Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag noch zwei Höhepunkte bevorstanden.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser deutscher Konzerne vertreten sind, schloss am Donnerstag 0,11 Prozent tiefer bei 26 830,89 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,46 Prozent auf 2559,63 Zähler.

Bewegen könnte die Börsen zum Wochenschluss die wichtigste Personalie der US-Notenbank (Fed). US-Präsident Donald Trump dürfte am Donnerstag seinen Kandidaten für den Chefposten der Federal Reserve benennen, den der Senat noch bestätigen muss. Als Favorit für die Nachfolge der 2014 von Ex-Präsident Barack Obama eingesetzten Volkswirtin Janet Yellen gilt der erfahrene Notenbanker Jerome Powell.

Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Gewinn von mehr als 3 Prozent. Das Finanzinstitut hofft Börsianern zufolge, dass der Gesetzgeber den Banken die Ausgabe von sogenannten Senior-Preferred Bonds erlaubt. Die Deutsche Bank erwarte von dieser Anleihenart eine Reduzierung ihrer Finanzierungskosten.

Ansonsten setzen nach wie vor die Quartalszahlen der Unternehmen die Akzente bei den Einzelwerten. Nicht so gut kamen am Markt die Ergebnisse der beiden Medizinkonzerne Fresenius und FMC an. Fresenius verloren rund 2 Prozent und FMC fast 1 Prozent. Bei Fresenius war der operative Gewinn etwas hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Beim Dialyseanbieter FMC erfüllten die Ergebnisse knapp die Erwartungen.

Im MDax hatten die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank mit einem Gewinn von mehr als 5 Prozent die Nase klar vorn. Die Geschäfte des Immobilienfinanzierers laufen noch besser als erwartet, so dass sich das Unternehmen nun einen höheren Jahresgewinn zutraut.

Im Fokus stand zudem der Börsengang des Kochboxversenders HelloFresh . Die am Vorabend zu 10,25 Euro je Aktie ausgegebenen Papiere hatten den Handel mit einem Kurs von 10,60 Euro aufgenommen. Am Ende stand ein Kurs von 10,595 Euro.

Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,23 Prozent auf 3688,80 Punkte nach unten. Der Pariser Leitindex CAC 40 bewegte sich kaum vom Fleck, während der FTSE 100 in London um fast 1 Prozent anzog. Die britische Notenbank hatte ihren Leitzins erstmals seit rund zehn Jahren erhöht. Damit machte sie einen Teil ihrer geldpolitischen Lockerung rückgängig, die sie aus Vorsichtgründen nach dem Brexit-Votum Mitte 2016 ergriffen hatte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial legte zum europäischen Börsenschluss etwas zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,09 Prozent auf 141,54 Punkte nach. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 162,64 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1645 (Mittwoch: 1,1612) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8587 (0,8612) Euro./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)