Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft es wieder über 12 000 Punkte

Der Dax hat sich am Donnerstag vor der Abstimmung im US-Kongress über die "Obamacare"-Abschaffung sichtlich berappelt. Der deutsche Leitindex baute im Tagesverlauf seine Gewinne aus und schloss 1,14 Prozent höher bei 12 039,68 Punkten. Damit schaffte er es nicht nur wieder über die viel beachtete 12 000-Punkte-Marke, sondern beendete auch eine dreitägige Verlustserie.
23.03.2017 18:04

Der MDax , in dem sich die mittelgrossen deutschen Unternehmen versammeln, legte um 1,13 Prozent auf 23 433,67 Zähler zu, und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,36 Prozent auf 1980,10 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand am Ende ein Plus von 0,92 Prozent auf 3452,18 Zähler zu Buche; die nationalen Indizes in Paris und London legten ebenfalls zu. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent im Plus.

WARTEN AUF 'OBAMACARE'-ABSTIMMUNG

Die Anleger warteten darauf, ob US-Präsident Donald Trump die Abschaffung der Gesundheitsreform seines Vorgängers durch das Repräsentantenhaus bekomme, schrieb Analyst Mike van Dulken von Accendo Markets. Ein Erfolg sei notwendig, um das Vertrauen der Märkte in seine politische Durchsetzungsfähigkeit zu wahren. Während die Demokraten geschlossen gegen die Abschaffung sind, gibt es bei den Republikanern Kritiker, denen Trumps Pläne entweder zu weit oder nicht weit genug gehen.

Zuversichtlich äusserte sich derweil die US-Investmentbank Goldman Sachs. Selbst wenn die "Obmacare"-Abschaffung scheitere, sieht Volkswirt Alec Phillips keine grössere Gefahr für die Steuerreform-Pläne von Trump. Denn beim Thema Steuerkürzungen dürfte die Unterstützung seiner republikanischen Partei grösser sein als in der Gesundheitsfrage, heisst es in einer aktuellen Studie.

RWE DANK STUDIE UNTER DAX-FAVORITEN

Im Dax zählten die Aktien des Versorgers RWE mit einem Plus von 2,83 Prozent auf 14,915 Euro zu den Spitzenwerten. Die französische Grossbank Societe Generale hatte das Kursziel auf 18,40 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bekräftigt. Mit RWE könnten Anleger überproportional von der Kursentwicklung der Ökostromtochter Innogy profitieren, schrieb Analyst Lüder Schumacher und hob das Kursziel für deren Aktie auf 37,10 Euro an. Die Titel gewannen im MDax 1,34 Prozent auf 35,235 Euro.

Ansonsten sorgten Geschäftszahlen und Unternehmensausblicke für Kursausschläge: Optimistische Ziele für das laufende Jahr bescherten den Anteilsscheinen von Leoni ein Plus von 8,83 Prozent und den MDax-Spitzenplatz. Analyst Frank Schwope von der NordLB verwies zudem auf die relativ hohe Dividende und rechnet dank Übernahmefantasien mit einem weiter steigenden Aktienkurs.

JUNGHEINRICH AUF REKORDHOCH: POSITIVE KOMMENTARE ZU ZAHLEN

Jungheinrich-Titel stiegen dank positiver Analystenkommentare zu den vortags veröffentlichten Geschäftszahlen bis auf ein Rekordhoch von 31,14 Euro. Zum Schluss behaupteten die Aktien des Gabelstapler-Herstellers ein Plus von 5,92 Prozent auf 30,670 Euro und belegten damit den zweiten Platz im Index der mittelgrossen Unternehmen.

Dagegen büssten die Papiere von Schlusslicht Rational 1,83 Prozent ein. Laut Analyst Henning Breiter von der Privatbank Hauck & Aufhäuser blieb der Ausblick des Grossküchengeräteherstellers etwas hinter den Markterwartungen zurück. Die geplante Sonderdividende liess die Anleger kalt.

MEDIGENE BEGEISTERT MIT DETAILS ZU GEPLANTEN STUDIEN

Im TecDax ragten die Anteilsscheine von Medigene mit einem Aufschlag von 10,48 Prozent heraus. Damit wurde der heftige Kursverlust der vergangenen zwei Tage allerdings noch nicht komplett wieder wettgemacht. Das auf personalisierte Immuntherapien fokussierte Biotechunternehmen erfreute die Anleger mit Details zu geplanten neuen klinischen Studien - Geschäftszahlen und Ausblick gerieten zur Nebensache.

Am Rentennmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,71 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,13 Prozent auf 159,98 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0785 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0786 (Mittwoch: 1,0807) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9271 (0,9253) Euro./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)