Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Erholung nach Brexit-Votum fort

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat sich am Mittwoch weiter vom Brexit-Schock erholt und wieder über der Marke von 9'600 Punkten geschlossen. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach den heftigen Verlusten am Freitag und Montag. "Dass die Briten aus der EU aussteigen, ist zwar unschön, aber noch ist der Antrag nicht gestellt, und dann dauert es ja noch mehr als zwei Jahre, bis es wirklich so weit ist", sagte Händler Thorsten Engelmann von der Equinet Bank in Frankfurt.
29.06.2016 18:11

Mit einem Plus von 1,75 Prozent auf 9'612,27 Zähler beendete der deutsche Leitindex den Tag, nachdem er bereits am Dienstag um knapp 2 Prozent gestiegen war. Das britische Votum gegen die EU-Mitgliedschaft hatte davor allerdings für eine insgesamt fast 10-prozentige Talfahrt gesorgt.

Der MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen gewann zur Wochenmitte 2,01 Prozent auf 19'664,40 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,87 Prozent auf 1'583,86 Punkte.

Europaweit sah es ähnlich aus: Der EuroStoxx 50 erholte sich um weitere 2,66 Prozent auf 2832,18 Punkte und auch die Börsen in Paris und London setzten ihren wieder eingeschlagenen Aufwärtskurs fort. Dabei stieg der britische "Footsie" sogar wieder auf "Vor-Brexit-Niveau". In den USA legte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 1,19 Prozent zu.

EU-CHEFS TAGTEN OHNE GROSSBRITANNIEN

Equinet-Händler Engelmann verwies auf die aktuellen Verhandlungen in der EU und sagte pragmatisch: "Eine priviligierte Partnerschaft wie mit der Schweiz oder mit Norwegen könnte ja auch funktionieren."

In Brüssel hatten sich am Morgen erstmals nach dem Brexit-Votum die 27 EU-Chefs ohne Grossbritannien getroffen. Thema war der Trennungsprozess und eine neue Zukunftsstrategie für Europa.

VERSORGER-RALLY GEHT WEITER

Im Dax setzten die Versorger ihre Erholungsrally fort: Eon und RWE eroberten mit Kursgewinnen von mehr als 4,5 Prozent die Index-Spitze. Unterstützt wurden sie davon, dass die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 entgegen einem früheren Entwurf wohl auf konkrete Ziele für den Kohleausstieg verzichten will.

Die Adidas-Aktien trotzten den enttäuschenden Geschäftszahlen von Konkurrent Nike und stiegen um 2,57 Prozent. Es sei eine gute Nachricht für Adidas, dass Nike in seinem Heimatmarkt USA Anteile verliere, sagten Analysten.

Im MDax schlossen die Kuka-Aktien mit plus 0,09 Prozent auf 106,60 Euro nahezu unverändert. Das Management des Roboterbauers hat den Weg für eine Übernahme durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea freigemacht. Am 18. Mai, als Midea ihr Gebot publik gemacht hatte, waren die Kuka-Papiere bei 114,40 Euro auf Rekordhoch gesprungen.

EURO STEIGT WIEDER ÜBER 1,11 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen von minus 0,21 Prozent am Vortag auf aktuell minus 0,23 Prozent. Damit liegt die Rendite wieder auf dem am Montag erreichten Rekordtief. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 143,88 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 166,97 Punkte. Der Kurs des Euro stieg wieder über 1,11 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1090 (Dienstag: 1,1073) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9017 (0,9031) Euro./ck/das

(AWP)